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Der Standort Andernach hat gute Perspektiven

27.12.2006, RZ-Interview mit Geschäftsführer Norbert Finke - Auf betriebsbedingte Kündigungen soll weiter verzichtet werden

Hat sich das Zusammenführen der Kliniken zum Landeskrankenhaus bewährt?

Norbert Finke
Als die Landesregierung Mitte der 90er Jahre die politische Entscheidung zur rechtlichen Verselbständigung der damals landeseigenen Kliniken fasste, ging es darum, die Häuser unter dem Dach eines eigenständigen Unternehmens mit größerem Handlungsspielraum zu vereinen. Nach den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre lässt sich feststellen, dass die Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts sich sowohl in fachlich-inhaltlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht bewährt hat. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass im Laufe der Jahre weitere Kliniken dem Landeskrankenhaus angegliedert wurden.

Sind die Synergien auch so groß, dass die Kosten der Gesundheitsreform besser aufgefangen werden können?

Norbert Finke
Die Restriktionen durch die neue Stufe der Gesundheitsreform werden hoch sein und wir werden deshalb unsere Wirtschaftlichkeit weiter verbessern müssen. Unsere internen Abläufe werden wir auch zukünftig kontinuierlich überarbeiten und effektiver gestalten. Wir hoffen, die hohen Qualitätsstandards damit halten zu können.

Am 1. Januar 1997 ist das Landeskrankenhaus mit einem Defizit bei seinen Häusern gestartet, das bis zum Ende des ersten Jahres ausgeglichen werden konnte. Nachdem in den folgenden Jahren weitere Kliniken hinzukamen, können wir seit drei Jahren ausgeglichene Betriebsergebnisse vorweisen.

Wie haben sich die Strukturen des Landeskrankenhauses entwickelt und wie optimistisch blicken Sie in die Zukunft?

Norbert Finke
Die Eingliederung weiterer zwei Einrichtungen am Standort Meisenheim war unsere letzte unternehmerische Vergrößerung. Da nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO davon ausgegangen werden kann, dass die Fallzahlen bei psychischen Erkrankungen weiter zunehmen und die Behandlung psychischer Erkrankungen zum Leistungsspektrum unserer Einrichtungen zählt, müssen wir uns dementsprechend ausstatten und weiterhin alle Versorgungsformen in diesem Bereich anbieten. Zwar mussten in den vergangenen Jahren Bettenkapazitäten abgebaut werden, doch dies wurde durch neue und vor allem ambulante Angebote kompensiert.

Es spricht auch für das Landeskrankenhaus, dass unsere Einrichtungen zu 92 Prozent ausgelastet sind. Nur wenn unsere Leistungen nachgefragt werden, lassen sich darüber Arbeitsplätze sichern. Unsere derzeit ausgeglichenen Betriebsergebnisse machen mich daher optimistisch, auch die nächsten zehn Jahre trotz schwierigerer Rahmenbedingungen gut positioniert zu sein.

Also ist der Standort Andernach weiterhin gesichert?

Norbert Finke
Niemand kann heute absehen, wie die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen in zehn Jahren aussehen werden. Die Voraussetzungen am Standort Andernach sind durchaus positiv, so dass ich zuversichtlich bin, dass wir uns hier weiterhin gut entwickeln werden. Dies ist besonders ein Verdienst der Mitarbeiter, die wir ständig weiter qualifizieren. Wir streben auch in Zukunft an, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Ich sehe den Umbruchzeitraum 1996/97 als gutes Beispiel: Damals sorgten sich viele Mitarbeiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Heute gibt es wesentlich mehr Jobs als in dieser Zeit.

Rhein-Zeitung, 27. Dezember 2006

Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR)
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