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Experten tagen in Fachklinik

07.11.2006, Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutieren über Aggressionen

Aggressionen gegenüber Mitarbeitern, Selbstverletzungen und Tätlichkeiten unter Patienten: Die dritten Forensik-Tage der Klinik Nette-Gut widmen sich einem Thema aus dem Arbeitsalltag im Maßregelvollzug. Rund 120 Experten diskutieren in der Rhein-Mosel-Fachklinik über neue Methoden zur Krisenbewältigung bei Patienten.

„Fast jeden Tag liegt mir ein Sonderbericht zu einer Krise vor“, sagt Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie. Nach einer Statistik der Klinik gab es im vergangenen Jahr 378 schwerere Krisen bei den Patienten der Klinik.

„Jede Krise ist ein Eingriff in die Behandlung und stört den Klinikalltag erheblich“, betont Schumacher-Wandersleb. Die verschiedenen Referate der Tagung beleuchteten das Thema aus Sicht der Klinikmitarbeiter, der Juristen und der Patienten. So berichten beispielsweise Herbert Strohe und Lutz Schnitzendöbel vom neuen Deeskalationsmanagement zur Krisenbewältigung im Landeskrankenhaus.

Eine neue Studie biete überraschende Einblicke in die Sichtweise von Patienten, sagte Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) bei der Tagungseröffnung. Seit 2003 hat die Klinik Nette-Gut regelmäßig ihre Patienten befragt, wie sie selbst Krisen und deren Sanktionierung miterlebt haben. Die Patienten stellten den Klinikmitarbeitern ein gutes Zeugnis aus. Das Personal sei gut ausgebildet und handele in Krisensituationen entsprechend professionell.

Nicht immer sehen Patienten, die an Schizophrenie erkrankt sind oder unter Persönlichkeitsstörungen leiden, die Ursachen der Krisen in ihrer eigenen Krankheit. Allerdings glauben einige von ihnen, nach der Krisenbewältigung einen besseren Kontakt zum Personal zu haben, referierte Schumacher-Wandersleb. Zu ihrer Beruhigung werden Patienten in einem sogenannten Kriseninterventionsraum betreut.

Zurzeit versorgt die Klinik 340 Patienten, für die 300 Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Eine Besserung der räumlichen Situation wird zum Ende des Jahres 2007 erwartet. Dann soll das neue Haus M in Betrieb genommen werden und die Zahl der Krisen bei Patienten sinken, erwartet Schumacher-Wandesleb.

Rhein-Zeitung, 7. November 2006

Wolfram Schumacher-Wandersleb, Ärztlicher Direktor der Klinik Nette-Gut, konnte mehr als 120 TeilnehmerInnen begrüßen.
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