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Hilfe beim Ausstieg aus der Sucht

31.05.2006, Seit fünf Jahren bietet die Rhein-Mosel-Fachklinik spezielle Behandlungsangebote für Drogenabhängige an – Zwischenbilanz

Der Weg in die Sucht verläuft schleichend: Ehe der Konsument ihre Gefahren durchschaut hat, hat ihn die Droge bereits fest im Griff. Auswege aus dem Teufelskreis? Seit genau fünf Jahren bietet die Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach ein spezielles Behandlungsangebot für Drogenabhängige an. Doch längst nicht jeder schafft dort den „Einstieg in den Ausstieg“.

Erstmals hat die Rhein-Mosel-Fachklinik Zahlen zu ihrem vor fünf Jahren eingeführten Behandlungsangebot für Drogenabhängige vorgelegt. „Mehr als 40 Prozent der Betroffenen schaffen den Entzug“, sagte gestern der leitende Arzt der Abteilung Sucht und Sozialpsychiatrie, Dr. Albrecht Quast. Die übrigen Patienten, deren Entgiftung erfolgreich verlief, brachen die Therapien entweder freiwillig ab oder wurden rückfällig, was eine vorzeitige Beendigung der Behandlung zur Folge hatte.

Trotz der relativ hohen Abbruchquote bezeichnete der Drogenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Ingo Brennberger, die von der Klinikleitung vorgestellten Zahlen als sehr gut und vergleichbar mit den Ergebnissen ähnlicher Kliniken in anderen Bundesländern. Seit Einführung der neuen Behandlungsform im Mai 2001 meldeten sich rund 1.500 drogensüchtige Menschen aus allen Teilen des Landes zur qualifizierten Entzugsbehandlung an. Rund 700 davon verliefen erfolgreich.

„Auffällig ist, dass die Anzahl an Patienten, die verschiedene Drogen und Medikamente gleichzeitig konsumieren, deutlich angestiegen ist“, betonte Dr. Quast. Heroin und Beruhigungsmittel spielten nach wie vor eine große Rolle, doch auch Marihuana und Haschisch seien fast immer dabei. „Wir haben festgestellt, dass auch ein starker Cannabiskonsum Entzugserscheinungen zur Folge haben kann“, merkte der Mediziner an. Sogenannte Partydrogen wie Ecstasy riefen zwar keine körperliche Abhängigkeit hervor. Bei regelmäßigen Drogenscreenings in der Klinik sei allerdings auch deren Missbrauch häufig nachgewiesen worden.

Zur Entzugsbehandlung Drogenabhängiger stehen im Haus Martinsberg der Andernacher Fachklinik 20 vollstationäre Plätze in zehn Zweibettzimmern zur Verfügung. Ziel ist es, den Patienten dort „den Einstieg in den Ausstieg“ zu ermöglichen, wie Dr. Quast erklärt. Voraussetzung für eine Aufnahme: Betroffene müssen von sich aus die Bereitschaft aufbringen, an ihrer Krankheit zu arbeiten. Ärzte, Pfleger, Psychologen und ein Sozialdienst kümmern sich um die Patienten, für die es etwa das Angebot einer Sport- und Ergotherapie gibt.

Neuartig war bei der Einführung dieser Behandlungsform vor fünf Jahren auch die strikte Trennung von Alkohol- und Drogenabhängigen, die zuvor noch häufig in gemeinsamen Gruppen betreut worden waren. Freilich kann eine erfolgreiche Behandlung in der Andernacher Klinik, die in der Regel drei Wochen dauert, nur der Auftakt für eine drogenfreie Zukunft sein. Knapp 53 Prozent der Betroffenen werden anschließend ambulant weiterbetreut, rd. 28 Prozent wechseln in eine andere stationäre Einrichtung.

Rhein-Zeitung, 31. Mai 2006

v.l.n.r. Dr. Albrecht Quast, Ltd. Abteilungsarzt Sucht und Sozialpsychiatrie Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, Ingo Brennberger, Drogenbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz, Werner Schmitt, Verwaltungsdirektor Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, bei der Pressekonferenz am 30. Mai 2006.
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