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Schlaganfalleinheit bewährt sich

26.04.2006, Gemeinsame Einrichtung der Rhein-Mosel-Fachklinik und des Stiftshospitals bietet kompetente und schnelle Hilfe

Bei einem Schlaganfall kommt es für die Betroffenen auf jede Minute an. Deshalb haben die Rhein-Mosel-Fachklinik und das St. Nikolaus-Stiftshospital eine gemeinsame regionale Schlaganfalleinheit gegründet. Neun Monate nach dieser Gründung ziehen beide Häuser ein positives Fazit. Einziger Wermutstropfen: Immer noch würden zu viele Patienten die Anzeichen eines Schlaganfalls zu spät erkennen und daher zu viel Zeit bis zur Behandlung verstreichen lassen.

Als die beiden Andernacher Krankenhäuser, die Rhein-Mosel-Fachklinik und das St. Nikolaus-Stiftshospital, vor einem knappen Dreivierteljahr ihre Kooperation bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten beschlossen haben, standen die schnelle und kompetente Hilfe für die Erkrankten sowie eine optimale Ausnutzung der medizinischen Ressourcen im Vordergrund. Die damals gegründete regionale Schlaganfalleinheit habe sich seitdem gut etabliert, resümieren nun die Verantwortlichen der beiden Kliniken.

„Das Konzept funktioniert“, sagen Dr. Heinrich Degen, Oberarzt im Bereich der Kardiologie des Stiftshospitals, und Dr. Christian Bamberg, Chefarzt der Neurologie der Rhein-Mosel-Fachklinik, im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Das Projekt sei erfolgreich gestartet und auch die Zusammenarbeit der Krankenhäuser verlaufe reibungslos. Auch bei den bisher behandelten Patienten sei die Einrichtung hervorragend angekommen, betonen die Ärzte und Dr. Horst Ludes, Geschäftsführer der St. Nikolaus-Stiftshospital GmbH. Die umfassende Überwachung des Gesundheitszustandes der Patienten für sie wie auch für die Kliniken das ausschlaggebende Argument für die Schlaganfalleinheit.

Jedoch mischt sich in die Euphorie auch die Erkenntnis, dass nur sieben Prozent der bislang rd. 170 behandelten Schlaganfall-Patienten innerhalb der ersten drei Stunden nach Erkennen der Symptome ins Krankenhaus gekommen seien. „Das ist zu wenig“, erklärt Dr. Christian Bamberg, denn nur innerhalb dieses engen Zeitfensters bestünden die besten Heilungschancen. Je später die Behandlung begonnen werde, desto größer seien die Folgeschäden für den Patienten. Schließlich „regeneriert sich einmal abgestorbenes Hirngewebe nicht mehr“, weiß Dr. Heinrich Degen. Lähmungen seien dann nicht mehr zu beheben.

Warum trotzdem so viele Patienten teils mehrere Stunden oder auch Tage warten, bis sie einen Arzt konsultieren, hat nach Auffassung des Mediziners einen ganz einfachen Grund: „Viele Menschen reagieren eher banalisierend und verharmlosen die Symptome. Dadurch vergeben sie aber eine große Chance, noch etwas zu retten.“ Dabei seien die Anzeichen eines Schlaganfalls verhältnismäßig leicht zu erkennen: Schwäche in Händen und Beinen, eine halbseitige Gesichtslähmung und Sprachstörungen. Hier müsse sofort der Rettungsdienst gerufen werden.

„Die Menschen müssen erkennen, dass der Schlaganfall wie auch der Herzinfarkt ein Notfall ist“, rät Dr. Christian Bamberg. Zum Hausarzt zu gehen, hält Dr. Heinrich Degen nicht für die beste Lösung, da dieser oftmals zeitlich überfordert sein könnte und jede Minute zähle.

Rhein-Zeitung, 26. April 2006

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