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Klinik stellt sich der Vergangenheit

28.01.2005, Patienten der heutigen Rhein-Mosel-Fachklinik wurden in NS-Tötungsanstalten geschickt – Kränze für die Opfer niedergelegt

Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben Mitarbeiter der Andernacher Rhein-Mosel-Fachklinik gestern der Opfer des nationalsozialistischen „Euthansie“-Programms gedacht. Im Anschluss legten sie an der Gedenkstätte hinter der Christuskirche Kränze für die Ermordeten nieder.

Allein zwischen Februar und April 1941 hatten die Nazis mehr als 900 psychisch kranke Menschen von Andernach in die damalige NS-Tötungsanstalt Hadamar gebracht. Dort wurden die allermeisten von ihnen ermordet.

„Die Rhein-Mosel-Fachklinik wird heute ebenso wie in der Zukunft ihre Vergangenheit annehmen und sich dafür einsetzen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen können“, sagte der stv. Ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Stefan Elsner. Während des Gottesdienstes hatte er in einer Lesung an den couragierten Widerstand des Münsteraner Bischofs Clemens Graf von Galen gegen die sog. „Euthanasie“-Praxis der Nazis erinnert. Dieser sowie die darauf folgenden Proteste aus der Bevölkerung hatten zur Folge, dass Hitler im September 1941 die „Aktion T 4“ stoppen ließ. Mehr als 70.000 psychisch Kranke waren dem Tötungsprogramm zu diesem Zeitpunkt bereits zum Opfer gefallen.

Ungeachtet der offiziellen Verlautbarungen Hitlers gingen die Ermordungen geistig kranker Menschen jedoch auch in den folgenden Jahren weiter. Wissenschaftler gehen davon aus, dass während des Nazi-Regimes insgesamt über 200.000 seelisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet wurden.

Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten betonte bei der Kranzniederlegung am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, dass es auch historisch kein Verbrechen gäbe, das mit dem Holocaust zu vergleichen sei.

Rhein-Zeitung, 28. Januar 2005

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