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Psychiatrie näher am Menschen

20.11.2003, Tagesstätte der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach offiziell eröffnet - Angebote für Kranke als Baustein der Landesreform

Gemeindenah soll die Psychiatrie in Rheinland-Pfalz arbeiten. Das ist das Ziel der Psychiatrie-Reform im Land. Dieser Strukturwandel sei kein leichtes Unterfangen, aber mit der Eröffnung der Tages- und Kontaktstelle der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan. Das sagte Kreisbeigeordneter Rudi Zenz bei der offiziellen Eröffnung der Tagesstätte in der Andernacher Güntherstraße, die schon im September ihre Arbeit aufgenommen hat. Dort ist eine Einrichtung entstanden, die Menschen mit psychischer Erkrankung Hilfestellung für einen möglichst normalen Alltag geben soll.

Die Tagesstätte, die den psychiatrischen und heilpädagogischen Heimen Andernach angegliedert ist, verfügt über zwölf Plätze. Die Menschen, die hierher kommen, werden bei ihrer Tagesgestaltung unterstützt, bekommen Hilfestellung bei sozialen Problemen und Angebote zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

"Im kurzen Zeitraum, seitdem diese Einrichtung besteht, haben uns schon viele Anfragen anderer sozialer Einrichtungen aus der Region erreicht, welche die Tagesstätte gerne nutzen möchten", freute sich Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR). Auch Staatssekretär Richard Auernheimer zeigte sich glücklich darüber, dass mit der Eröffnung ein solches Angebot näher an die Menschen kommt.
In der integrierten Kontaktstelle stehen Fachleute für eine Beratung bereit. Sie wollen auf die psychisch Kranken zugehen, ihnen Rat und Hilfe bei Konflikten im familiären und beruflichen Umfeld anbieten, aber auch bei sozialrechtlichen Fragen oder der Vermittlung an andere Einrichtungen zur Seite stehen. Darüber hinaus üben und festigen sie mit den kranken Menschen lebenspraktische Fähigkeiten, etwa Einkaufen oder Geldverwaltung.

"Eine solche Einrichtung in der Innenstadt anzusiedeln, halte ich für eine gute Sache", so Achim Hütten. "Ich nehme für die Stadt in Anspruch festzustellen, dass es in Andernach weniger Vorbehalte psychisch Kranken gegenüber gibt als in anderen Städten." In die Modernisierung der Räumlichkeiten hat das Landeskrankenhaus mit seiner Rhein-Mosel-Fachklinik rund 50 000 Euro investiert. Der Personalratsvorsitzende der RMF, Walter Krupp, hob hervor, dass mit der Tagesstätte nicht nur Arbeitsplätze gesichert, sondern auch neue geschaffen werden konnten. In der Einrichtung arbeiten eine Fachkrankenschwester für Psychiatrie, eine Diplom-Sozialarbeiterin, eine Ergotherapeutin sowie eine Mitarbeiterin, die dort ihr freiwilliges soziales Jahr leistet.

Heimleiter Karlheinz Saage hob hervor, dass es für die Besucher keine Hemmschwellen gibt. Sie müssen nicht einmal ihren Namen nennen, wenn sie nicht wollen. Außerdem wünschte er den Barmherzigen Brüdern in Saffig viel Erfolg mit ihrer Tagesstätte, die mit den gleichen Angeboten im nächsten Jahr in Mayen eröffnet werden soll.

Rhein-Zeitung, 20. November 2003

v.l.n.r.: Rudi Zenz, Kreisbeigeordneter Mayen-Koblenz, Achim Hütten, Oberbürgermeister Stadt Andernach, Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR), Walter Krupp, Personalrat RMF, Karlheinz Saage, Direktor Heime Landeskrankenhaus (AöR), Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit
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