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Psychiatrie will näher zu den Menschen kommen

29.09.2001, Expertenrunde diskutierte in der Rhein-Mosel-Fachklinik über zukünftige Therapieformen - Gemeindenahe Einrichtungen

Eine Podiumsdiskussion über Psychiatrie? Das bringt einen doch schier um den Verstand, oder? Nicht unbedingt. Ernsthaft, fachlich aber mitunter auch richtig amüsant und mit einem Augenzwinkern wurde bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Rhein-Mosel-Fachklinik in der Andernacher Mittelrheinhalle über die Fortschritte in der Behandlung von psychisch kranken Menschen diskutiert.

Kein Wunder. Zum einen hatte Moderator Ulrich Stelter eine große Expertenrunde, zum anderen waren die Fachleute durch die Bank stolz, welche Erfolge man in den vergangenen zehn Jahren erzielen konnte. Da lässt es sich dann auch locker plaudern.

Und dabei fiel immer wieder ein Begriff: "gemeindenahe Psychiatrie". Seit 1991 steht in der Psychiatriepolitik des Landes Rheinland-Pfalz nicht mehr der Bau von großen Kliniken im Mittelpunkt, sondern die Installation von dezentralen Einrichtungen. "Von der stationären Behandlung in der Fachklinik zur Tagesklinik, zum betreuten Wohnen und zum Facharzt vor Ort. So muss die Behandlungskette laufen", schilderte Franz-Josef Wagner, Landesvorsitzender der Psychiatrieerfahrenen, seine Idealvorstellung. Und davon sei das Land nicht mehr weit weg. Zu Andernach, Cochem, Koblenz und Mayen müssten weitere teilstationäre, gemeindenahe Einrichtungen für psychisch kranke Erwachsene kommen.

Das bestätigte auch Bernhard Scholten, Psychiatrie-Referent des Landes, der sich ebenfalls wünscht, dass noch mehr Außenstellen zur psychiatrischen Behandlung im Land gegründet werden. Wie die im Einzelnen aussehen sollen, überlasse das Land auch weiterhin den Kreisen und kreisfreien Städten. "Wir drücken uns nicht vor der Verantwortung. Es ist vielmehr so, dass die Kommunen viel besser und zielgenauer ihr Konzept umsetzen können."

Auch die prominenteste Fürsprecherin im Land für die Patienten beteiligte sich an der Diskussion, Roswitha Beck, Ehefrau des Ministerpräsidenten und Vorsitzende des Vereins zur Unterstützung gemeindenaher Psychiatrie. "Wir müssen raus aus den großen Kliniken und rein in die Gemeinden", gab sie ihren Gesprächspartner mit auf den Weg.

Rhein-Zeitung, 29. September 2001

Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher Direktor Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, und Norbert Finke, Geschäftsführer Landeskrankenhaus (AöR) diskutieren mit Moderator Ulrich Stelter
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