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Rheinische Psychiatriegeschichte

20.06.2001, Ausstellung und Sommerfest in der Rhein-Mosel-Fachklinik

Mit einem Blick in die Geschichte begann die Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) Andernach ihre Veranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum der Klinik. Sommerfest und der Tag der Psychiatrie waren zudem Auftakt für die „Tage der seelischen Gesundheit“ im Kreis Mayen-Koblenz.

Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, eröffnete die Ausstellung „Wahnsinnsreformen – rheinische Psychiatriegeschichte um die Jahrhundertwende“ in der RMF. Der Blick zurück liegt nahe, so Finke. „Je mehr wir historische Entwicklungen wissen umso deutlicher können wir unser heutiges Handeln in Zusammenhänge einordnen und Perspektiven entwickeln.“ Der Umstand, dass die Klinik heute nicht mehr am Stadtrand von Andernach, sondern mitten in der Stadt liegt, passe heute sehr gut in das Konzept der gemeindenahen Psychiatrie und drücke auch ein Stück „Normalität“ aus. Heute ist die RMF dabei, zu modernisieren, die letzten noch verbleibenden Mauern zu entfernen und so ein freundliches und offenes Gesicht der Psychiatrie zu gestalten.

Die Öffnung der Klink sei erfreulich weit fortgeschritten, bemerkte Dr. Fritz Hilgenstock, Ärztlicher Direktor der RMF. Das zeige auch die Anzahl der Gäste. Die Ausstellungseröffnung war gleichzeitig Auftakt vom Landkreis initiierten „Tage der seelischen Gesundheit“.

Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten sagte, dass die RMF die Geschichte der deutschen Psychiatrie eindrucksvoll widerspiegele. er ist stolz auf die Toleranz der Andernacher gegenüber der Klinik und den Patienten.

Landrat Albert Berg-Winters zeigte sich betroffen bei der genaueren Betrachtung der Ausstellung. „Es ist erschreckend zu sehen, wie Menschen vor 125 Jahren behandelt worden sind“, so der Landrat. Dass der Umgang mit Patienten so schlimm aber gar nicht gewesen sein muss, wusste Dr. Wolfgang Werner, Landesarchivdirektor der Rheinischen Archiv- und Museumsamtes. Er erklärte die Ausstellung, die einen Überblick über die rheinische Psychiatriegeschichte um die Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg gibt. Bereits 1897 habe ein Konzept für eine Klinik ohne Gitter und Mauern gegeben. Die Idee würde heute wieder aufgegriffen.

Im Anschluss wurde das Sommerfest und der Tag der Psychiatrie in der RMF eröffnet. Für Spaß und Unterhaltung sorgten Clowns und Stelzenläufer. Die Klinik präsentierte sich und ihre Einrichtung. Im Psychologischen Labor des Klinischen Zentrums konnten unter anderem Leistungstest und Reaktionstests absolviert werden. Sporttherapie und Musiktherapie der RMF demonstrieren therapeutische Übungen zum Mitmachen. Kinderflohmarkt, Tombola, Musik und Spiele rundeten das Programm ab.

Andernach Aktuell, 20. Juni 2001

Eröffnung der Ausstellung 'Wahnsinnsreformen' in der Rhein-Mosel-Fachklinik
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