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Psychisch kranke Mütter brauchen die Nähe zum Kind

05.04.2001, Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach hat jetzt Bedarfslücke geschlossen

Seit kurzem können psychisch kranke Frauen, die stationär behandelt werden müssen, gemeinsam mit ihren Säuglingen und Kleinkindern in der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) aufgenommen werden.

"Gerade für Mütter mit psychischen Störungen besteht ein Versorgungsbedarf, der bisher von den psychiatrischen Kliniken im nördlichen Rheinland-Pfalz nicht gedeckt wurde. Manche Frau kann sich nicht angemessen behandeln lassen, weil die Betreuung ihres Kindes nicht gewährleistet ist oder weil sie die Trennung von ihrem Kind scheut", sagt Dr. Stefan Elsner, stellvertretender Ärztlicher Direktor der RMF.

In der Andernacher Fachklinik steht nun auf zwei offenen Stationen der Abteilung Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie je ein Zimmer zur Verfügung, in dem jeweils eine Mutter mit einem Kind wohnen können. Die Kinder sollten nicht älter als fünf Jahre sein. Die notwendige Einrichtung, insbesondere die Säuglingspflege, sei vorhanden. Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren würden bei Bedarf tagsüber in einem benachbarten Kindergarten betreut, so dass die Mütter sich verstärkt auf ihre Therapien konzentrieren könnten, heißt es.

Besondere Aufmerksamkeit werde den Frauen gewidmet, die kurz nach der Geburt eines Kindes eine akute psychische Störung, eine so genannte Wochenbettpsychose, entwickelt hätten. Jahrzehntelange Erfahrungen in englischen Kliniken hätten gezeigt, dass die Behandlung dieser Frauen günstiger verlaufe, wenn ihre Säuglinge bei ihnen seien. Mit der Unterstützung des psychiatrischen Fachpersonals entwickele sich die Mutter-Kind-Beziehung positiver als nach einer unter Umständen monatelangen Trennung durch den Krankenhausaufenthalt der Mutter.

Günstig sei in der Regel auch die Veränderung der Atmosphäre auf einer psychiatrischen Krankenstation, wenn ein kleines Kind mitversorgt werde. Das Sozialverhalten der anderen Patienten werde mobilisiert, und vor allem depressive Menschen spürten häufig eine therapeutisch nutzbare Belebung, wenn sie das Kind im Stationsalltag wahrnehmen oder sich gar an dessen Betreuung beteiligen würden. "Die Einführung der Mutter-Kind-Behandlung ist nicht zuletzt auch ein Beitrag, die Psychiatrie frauengerechter zu gestalten", betont Dr. Elsner. Infos unter Telefon 407-412.

Rhein-Zeitung, 05. April 2001

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