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Was tun, wenn Eltern psychisch krank sind?

09.06.2009, Roswitha Beck diskutierte mit Psychiatern und Jugendhelfern in der Rhein Mosel Fachklinik Andernach

In der Akademie der Rhein Mosel Fachklinik veranstaltet das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. eine Tagung für Mitarbeiter im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe. Vom Landeskrankenhaus waren der Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß, der Direktor der Heime Karl-Heinz Saage sowie die Pflegedirektorin Rita Lorse anwesend. Das ISM, vertreten durch Elisabeth Schmutz, stellte dem zahlreich erschienenen Fachpublikum die Ergebnisse seines Landesmodellprojektes vor, indem Angebote und Initiativen für Kinder psychisch kranker Eltern erhoben worden waren. Unter dem Projekttitel "Kinder psychisch kranker Eltern. Prävention und Kooperation von Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie" hatte man bis Februar 2009 eine Zielgruppenforschung durchgeführt, in der Fakten und Daten gesammelt wurden, die man durch Interviews mit psychisch erkrankten Eltern und deren Kindern in Erfahrung brachte. Elisabeth Schmutz betonte, dass es wichtig sei, den Betroffenen eine Stimme zu geben. "Wer sein Problem tot schweigt, bewegt sich in einem ständigen Teufelskreis und verschlimmerte seine Situation."

Die Mitarbeiterin des ISM erhoffte sich, dass sich die Organisationsstrukturen von Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie in Kooperation üben, denn nur in einer gemeinschaftlichen Betreuung könne das Symbol der Eltern und ihres Nachwuchses in einer Krisensituation verbessert werden. Überforderte Mütter, aber auch Väter, sind leider keine Seltenheit. Psychiatrische Patienten klagen über Ängste, fühlen sich überfordert und machen sich Sorgen, ihrem Auftrag als Erziehungsberechtigte nicht mehr nachgehen zu können. Manche davon so schwer, dass eine weitere Erziehung der Kinder für sie unmöglich erscheint. Hier müssen alle hilfestellenden Institutionen wie das Jugendamt, die Jugendzentren, Psychiater oder auch Lehrer eingreifen und müssen dem Kind ein guter Ansprechpartner sein.

Des weiteren sprach Roswitha Beck, die Gattin des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, in ihrer Funktion als Kuratoriumsvorsitzende des Vereins zur Unterstützung gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz. Roswitha Beck strich heraus: "Unser Verein fordert Rechte für Kinder. Sie sollen entlastet und unterstützt werden. Man muss ihnen ein Sprachrohr bieten."

Bereits seit 1995 existiert die Roswitha Beck Stiftung für Gemeindenahe Psychiatrie, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Eltern und Kinder finanziell sowie beratend zu unterstützen. Wenn die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen, können sich Betroffene an sie wenden, da gesellschaftliche Integration und Partizipation von Opfern im Vordergrund ihres Wirkens steht.

Die Oberärztin der Allgemeinpsychiatrie der Rhein-Mosel-Fachklinik, Frau Dr. Ertl-Steneberg, stellte die Mutter-Kind-Behandlung an der Rhein-Mosel-Fachklinik vor. Seite 2000 befanden sich 42 Mütter in stationärer Behandlung. Psychisch erkrankte Eltern, die keinen Ausweg mehr sehen, werden aufgenommen und therapeutisch behandelt. Deren Kinder haben derzeit die Möglichkeit, in der hauseigenen Kindertagesstätte betreut zu werden. Dem Erfahrungsbericht der Oberärztin folgten weitere Programmpunkte, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzten. Katja Beck, eine Mitarbeiterin von "Netz und Boden", eine Initiative für Kinder psychisch kranker Eltern, stellte die Arbeit ihrer Organisation vor. Abschließend hatten die teilnehmenden Psychiater, Jugendhelfer und Sozialarbeiter die Möglichkeit, miteinander zu diskutieren und ihre Meinung einzubringen.

Andernach Aktuell, 9. Juni 2009

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