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Über Depressionen informiert

20.05.2006, Vortragsreihe im Rahmen der „Tage der seelischen Gesundheit“ stellte krankhafte Traurigkeit in den Mittelpunkt

Phasen von Traurigkeit überkommen jeden Menschen. Wenn aber das Stimmungstief nicht weicht, spricht man von einer Depression. Eine Volkskrankheit. Denn: Statistisch gesehen ist jeder 16. Bundesbürger depressiv. Im Rahmen der von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz initiierten „Tage der seelischen Gesundheit“ wurde deshalb nun auch das Thema Depressionen behandelt.

Statistisch leben rund 6.300 depressive Menschen in Koblenz. Menschen, die nicht einfach nur traurig sind, sondern deren Gemütslage in einem Dauerstimmungstief gefangen bleibt, das sie ohne fremde Hilfe nicht mehr verlassen können und das für 15 Prozent der Betroffenen gar im Freitod endet.

Und dennoch wird nur die Hälfte der depressiven Menschen angemessen therapiert. Dramatische Zahlen, die Dr. Stefan Elsner im Rahmen eines Vortrages zum Thema „Volkskrankheit Depression“ im Evangelischen Gemeindezentrum Koblenz nannte und die nach Ansicht des Ärztlichen Direktors der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass Angehörige, aber auch Hausärzte und nicht zuletzt auch die Betroffenen selbst oft nicht erkennen, wo eine normale Phase der Traurigkeit auf- und eine Depression anfängt.

Einblicke in die Symptomatik der Depression zu vermitteln, Hilfestellung zu geben und die Auswirkungen der Krankheit richtig zu deuten, war deshalb Anliegen der Podiumsdiskussion, zu der die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz im Rahmen der „Tage der seelischen Gesundheit“ eingeladen hatte.

In einem Einführungsreferat verdeutlichte Dr. Stefan Elsner, dass es auch für Mediziner und Psychologen nicht einfach sei, eine Depression zu diagnostizieren. Deutliche Anzeichen seien jedoch ein weit über das Gefühl der Traurigkeit hinausgehendes Stimmungstief, das länger als zwei Wochen anhalte, begleitet von einem Gemütszustand der inneren Leere, von Antriebslosigkeit und mitunter einer bleiernen Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und der Verlust der Libido kämen als weitere Faktoren einer Depression oft hinzu.

Spätestens in einem solchen Stadium sei professionelle Hilfe angezeigt, zu der der Betroffene manchmal auch von seinem Umfeld gedrängt werden müsse. Elsner: „Weil auch für diesen Schritt der innere Antrieb fehlt.“

Eindringlich warnte Elsner dagegen davor, depressive Menschen aufheitern zu wollen oder sie mit Forderungen wie „Reiß dich doch zusammen.“ Noch stärker unter Druck zu setzen. Versuche solcher Art mündeten nicht selten in einer Katastrophe.

Rhein-Zeitung, 20. Mai 2006

Dr. Stefan Elsner und weitere Fachleute der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach informierten zum Thema 'Volkskrankheit Depression'.
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