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Drängende Fragen zu Alzheimer

18.03.2006, Rat und Hilfe von Experten – Frühzeitige Diagnose wichtig

Es ist eine Volkskrankheit im Verborgenen, weil sie sich oft in der Isolation abspielt: Demenz, ein Leiden, das im Kreis Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz rund 4.000 Menschen direkt betrifft – und ungezählte Angehörige, die zwei Drittel aller Erkrankten pflegen. Und oft alleine gelassen sind mit den Ängsten, Fragen und Problemen. Am Montag von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr werden deshalb Fachleute am RZ-Expertentelefon Antwort geben auf drängende Fragen zu Symptomen, Früherkennung und Hilfen. Mit 60 Prozent aller Fälle ist Alzheimer die häufigste Demenzform.

Vor 100 Jahren hat Alois Alzheimer im Gehirn einer verwirrten Frau eigentümliche Ablagerungen entdeckt, die den Schlüssel zu der Krankheit bedeuten, die heute zu den größten medizinischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen zählt. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, und die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung nimmt mit dem Älterwerden zu“, sagt Dr. Andreas Korn, Ltd. Abteilungsarzt der Gerontopsychiatrie in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.

Die Krankheit heißt nach ihrem Symptom: Demenz – lateinisch: „ohne Geist sein“. Weil die Gedanken ganz woanders sind, oft in der Vergangenheit, verlieren Betroffene zunehmend die Kontrolle über ihr Handeln und Denken. Das Verhalten und die Persönlichkeit können sich gravierend verändern – mit dramatischen Folgen: Die pflegenden Angehörigen werden oft von den Erkrankten nicht erkannt – und erkennen diese nicht wieder: undankbar, launisch, manchmal feindselig.

Vor einigen Tagen hat eine Münchnerin ihre demenzkranke Mutter und anschließend sich selbst umgebracht – sie hatte es nicht mehr ausgehalten. Ein extremes Beispiel für die Verzweiflung mancher Angehöriger. Frühzeitig erkannt, kann man heute mit modernen Medikamenten die Symptome der Demenz mildern und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen auf Jahre hinaus verbessern. Das Schneeglöckchen liefert einen Wirkstoff, der die geistige Leistungsfähigkeit stabilisiert. Auch gegen die demenzbedingten Verhaltensstörungen haben sich Präparate bewährt.

Damit aber mit einer effektiven Behandlung begonnen werden kann, muss die Diagnose gesichert sein. Häufen sich Warnzeichen wie das Nachlassen der Merkfähigkeit, Wortfindungsstörungen oder Orientierungsschwierigkeiten, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Worauf Angehörige achten sollten, wann sie mit einem Arzt sprechen sollten und wie die moderne Therapie der Alzheimer-Krankheit aussieht, beantworten die Experten bei der Telefonaktion am Montag.

Dr. Marion Bauer-Hermani und Dr. Andreas Korn – beide von der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach – informieren zu Möglichkeiten, die Symptome zu lindern oder ein Fortschreiten zu verlangsamen.

Dr. Jörg Heisterhagen - niedergelassener Neurologe und Psychiater - und Dr. Ulrich Kastner - Gerontopsychiatrisches Zentrum Bonn –erläutern, welche Symptome verdächtig sind, welche Testverfahren es gibt, wo man solche Tests durchführen kann, wie es mit der Vererbung aussieht.

Hinweise speziell zu den vielfältigen und oft nicht ausreichend bekannten Hilfsangeboten für Betroffene oder zu den zuständigen Ansprechpartnern gibt es auch: Olaf Spohr – Leiter der Beratungs- und Koordinierungsstelle (BeKo) der DRK-Sozialstation Mendig-Pellenz – informiert über Angebote im Kreis, sine Kollegin Monika Göbel-Zenz von der BeKo Koblenz-Süd hat die Informationen zu Hilfsmöglichkeiten in der Stadt Koblenz.

Rhein-Zeitung, 18. März 2006

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