Zu den Inhalten springen

Navigation

Suche

twitter

Servicenavigation

Funktionen

| Schriftgröße
 

Presse Detailansicht

Gedenken an die Nazi-Opfer

28.01.2006, Rhein-Mosel-Fachklinik legte Kränze am Euthanasie-Mahnmal nieder

An der Gedenkstätte für die Opfer des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms bei der Christus-Kirche haben Mitarbeiter der Rhein-Mosel-Fachklinik gestern Kränze niedergelegt. Zuvor hatten sie in einem ökumenischen Gottesdienst der ermordeten Menschen aus Andernach und der Region gedacht.

Der Ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Stefan Elsner, erinnerte vor dem Mahnmal an die insgesamt mehr als 200.000 seelisch kranken und geistig behinderten Menschen, die dem NS-Terror zum Opfer gefallen waren. Viele von ihnen hatten die Nazis in den damaligen Tötungsanstalten wie im hessischen Hadamar vergast. „Auch Patienten aus Andernach und der Umgebung wurden nach Hadamar transportiert und ermordet“, sagte Dr. Elsner. Das Thema „Euthanasie“ sei lange Zeit verdrängt worden und nehme in Debatten um den Holocaust bis heute nur einen Platz am Rande ein.

Bürgermeister Josef Nonn, der einen Kranz im Namen der Stadt niederlegte, warnte vor „selbst ernannten Geschichtsfälschern“, die versuchten, die Nazi-Gräuel zu verharmlosen und „uns auf die falsche Fährte zu locken“. Er dankte insbesondere jüngeren Mitarbeitern der Rhein-Mosel-Fachklinik, die an der Gedenkstunde teilnahmen, dass sie mit ihrem Erscheinen ein Zeichen gegen das Verdrängen setzten.

Rhein-Zeitung, 28. Januar 2006

Vertreter der Rhein-Mosel-Fachklinik und der Stadt Andernach am Euthanasie-Mahnmal.
© Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach 2017 | Impressum | Haftungsausschluss