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Notruf schon bei den ersten Symptomen

21.05.2005, Experten: Schnelle Hilfe beim Schlaganfall wichtig

Schlaganfall – diese einst kaum beachtete Krankheit ist dank einer groß angelegten Kampagne stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Aber immer noch sind die Menschen unsicher beim Deuten der Symptome des Schlaganfalls. Diese Erfahrung aus ihrem Berufsalltag machten die vier Experten auch am Lesertelefon unserer Zeitung gestern Nachmittag. Zwei Stunden lang standen sie Rede und Antwort.

Viele Anrufer befragten zwei ausgewiesene Fachmänner zum Thema – Dr. Jürgen Marx, den Leiter der Stroke Unit an der Uni-Klinik Mainz, und Dr. Andreas Hachgenei, den Ärztlichen Direktor der Neurologischen Klinik in Meisenheim -, ob ihre Beschwerden auf einen Schlaganfall hinweisen.

Einigen, wie einem 80-jährigen Mann mit Drehschwindel, empfahlen sie, rasch bei einem Arzt vorzusprechen. Andere Patienten wollten wissen, ob sie ihre Tabletten wirklich weiter nehmen müssen, weil es ihnen doch wieder gut gehe. „Diesen Anrufern mussten wir sagen, dass es ihnen nur deshalb so gut geht, weil sie die Tabletten nehmen“, betonte Marx. Auch wenn das wohl nicht die Antwort war, auf die sie gehofft haben dürften.

Zwischen 50 und 70 Prozent der Schlaganfallpatienten haben Probleme mit dem Sprechen. Logopäde Oliver Glassl versicherte den Anrufern, dass sie mit dem Problem nicht unbedingt auf eine Spezialklinik angewiesen sind. „Die Schlaganfall-Reha ist ein Schwerpunkt der Ausbildung jedes Logopäden“, so Glassl.

Zum Standardprogramm der Therapie gehört die krankengymnastische Behandlung. Karin Rickwardts Fachgebiet ist von den Finanzierungsproblemen im Gesundheitssystem besonders betroffen. Eine Anruferin schilderte ihr, dass sie seit Ende ihrer Reha keine Krankengymnastik mehr erhalte, obwohl sie dadurch das Haus kaum noch verlassen könne. „Die Patienten müssen die Fortsetzung der Therapie einfordern und beantragen“, riet ihnen die Krankengymnastin.

Die Botschaft der vier Experten am Lesertelefon ist eindeutig: „Wer meint, Symptome eines Schlaganfalls bei sich festzustellen, sollte auf keinen Fall warten und sich auch nicht erst an den Hausarzt wenden, sondern sofort die 19 222  wählen“, appellierte Dr. Andreas Hachgenei. Die Schlaganfalleinheiten der Kliniken garantieren beste Versorgung.

Rhein-Zeitung Mainz, 21. Mai 2005

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