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Fünf Jahre erfolgreiche Arbeit

09.07.2004, Die Tagesklinik in Cochem bietet vielen psychisch kranken Menschen teilstationäre Hilfe in der Nähe ihres Wohnortes an

Mit der Einrichtung der Tagesklinik in Cochem brach vor fünf Jahren ein „neues psychiatrisches Zeitalter“ an. Denn in diesem Haus können sich psychisch kranke Menschen einer teilstationären Behandlung unterziehen, ohne ihre familiäre Umgebung verlassen zu müssen.

Zufrieden schaut Dr. Stefan Elsner, Leitender Abteilungsarzt Allgemeinpsychiatrie / Psychotherapie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, auf das Arbeitsergebnis in der Cochemer Tagesklinik. Im Juli 1999 wurde die Tagesklinik als teilstationäre Einrichtung der Rhein-Mosel-Fachklinik auf dem Gelände des Marienkrankenhauses in Cochem eröffnet.

Diese Einrichtung vor fünf Jahren war als Bestandteil der rheinland-pfälzischen Psychiatriereform geschaffen worden mit dem Ziel, auch seelisch kranken Menschen gemeindenahe Therapieformen anzubieten. „Dieses Ziel wurde hier in Cochem erreicht“, stellt Dr. Elsner fest. Alle 15 Plätze der Tagesklinik werden von Patienten aus dem Kreis Cochem-Zell in Anspruch genommen.

Die Tagesklinik nimmt Frauen und Männer ab dem 18. Lebensjahr auf, bei denen einerseits die ambulante Behandlung ihrer psychischen Erkrankung nicht ausreicht, die jedoch andererseits so stabil sind, dass sie keiner vollstationären Behandlung bedürfen. Patienten, die rund um die Uhr in einem Krankenhaus betreut werden müssen, finden nach wie vor Hilfe in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.

Die Patienten der Tagesklinik kommen montags bis freitags um 8.00 Uhr zur Therapie und gehen am späten Nachmittag nach Hause. „Sie kommen regelmäßig hierher wie zu einer Arbeitsstelle“, erläutert Facharzt Dr. Jürgen Reichert, Facharzt in der Tagesklinik. Und durchstrukturiert wie ein Arbeitstag ist auch das Programm in der therapeutischen Gemeinschaft.

Jeder Patient erhält einen Wochenplan. Darin finden sich neben Psychotherapie, Ergotherapie, Sozialtherapie auch Sport, Singen sowie gemeinsames Frühstück und Küchendienst. Gemeinsames Kochen und Backen trainiert beispielsweise lebenspraktische Fähigkeiten. Parallel zu den Gruppenprogrammen bietet die Tagesklinik psychotherapeutische Einzelgespräche und Diagnostik an.

„Sehr großen Wert legen wir auf die Zusammenarbeit mit den Angehörigen unserer Patienten“, erklärt Doro Pellin, die die Station leitet und die Programme koordiniert. Dr. Reichert: „Das Therapiekonzept ist ganzheitlich und sozialpsychiatrisch orientiert. Wir erarbeiten mit jedem Patienten nach der Aufnahme und einer gründlichen Diagnostik das individuelle Behandlungsziel.“

Durch die Aufnahme in die Tagesklinik können vollstationäre Behandlungen oftmals vermieden werden. Nicht selten dient ein Aufenthalt auch dazu, den Übergang von einer vollstationären Therapie in den häuslichen oder beruflichen Alltag zu erleichtern. Auch das seelische Befinden von Menschen, die nach einem Selbstmordversuch aus dem Krankenhaus entlassen werden, kann in der Tagesklinik stabilisiert werden.

Gideon Schmidtlehner arbeitet als Fachpfleger in der Cochemer Tagesklinik. Er freut sich, dass er in den vergangenen fünf Jahren mit dazu beitragen konnte, dass Patienten geheilt wurden oder zumindest ihre Lebensqualität verbessert wurde: „Zu unserem gemeinsamen Frühstück sind immer auch die Ehemaligen eingeladen. Viele nutzen dieses Angebot und das zeigt uns, dass unsere Arbeit erfolgreich ist.“

Das gesamte therapeutische Team bedauert, dass eine seelische Erkrankung gerade im ländlichen Raum immer noch als peinlich angesehen wird. Der Fachpfleger und die Stationsleiterin erleben immer wieder, dass Patienten ihre Therapie in der Tagesklinik verheimlichen. Schmidtlehner findet: „Dabei sind psychische Erkrankungen genauso normal wie körperliche. Unsere Aufgabe ist es auch, das den Menschen nahe zu bringen.“

Rhein-Zeitung Cochem, 9. Juli 2004

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