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Kinder gemeinsam betreuen

27.02.2002, Tagesstätte HTZ kooperiert mit der Rhein-Mosel-Fachklinik

Es gibt Einrichtungen im alltäglichen Leben, die in der Öffentlichkeit nicht die Würdigung erfahren, die sie sich verdient haben. Eine ist sicherlich das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum (HTZ) in Andernach- Als integrative Tagesstätte wurde das HTZ 1993 gegründet, um zu verhindern, dass aus behinderten Kindern benachteiligte Erwachsene werden. In verschiedenen Gruppen werden behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam betreut. Auf der anderen Seite sollen Eltern behinderte Kinder Entlastung im Alltag mit verschiedenen Hilfsangeboten erfahren können.

Am 19. Februar lud Gerd Diehl, der Leiter der Tagesstätte, zu einem Informationsgespräch, um über eine neue Kooperation zu berichten. Oberbürgermeister Achim Hütten, Wolfgang Henrich, Leiter vom Jugend- und Sozialamt, sowie der Dr. Elzer, Leiter der Psychiatrie in der Rhein-Mosel-Fachklinik, waren dazu erschienen.

Alleine die räumliche Nähe zur Rhein-Mosel-Fachklinik lässt den Gedanken sinnvoll erscheinen, der dieser Kooperation zugrunde liegt. Mütter mit psychischen Störungen, mit behandelbaren Problemen, haben oftmals ein weiteres Problem, wenn sie eine Therapiemöglichkeit gefunden haben. Was tun mit dem Kind? Etwa bei Depressionen ist es in keinster Weise heilungsfördernd, wenn das Kind weit entfernt untergebracht werden muss. Aus diesem Grunde wird das HTZ die Betreuung der Kinder von psychisch behandelbaren Müttern fachmännisch übernehmen. Durch die integrativen Gruppen (behinderte und nichtbehinderte Kinder) darf man von genügend Fingerspitzengefühl bei der Aufnahme solcher Kinder ausgehen.

Es gibt quasi ein „Rooming-In-Konzept“. Zwei Zimmer sind auf den entsprechenden Stationen zur Kinderbetreuung hergerichtet, zwei weitere sind in Planung. Auch auf die sozialen Handlungsweisen der anderen Patienten sollen dadurch positive Wirkungen auszumachen sein.

Gerd Diehl sprach überzeugt von „sauberer Arbeit“, von integrativer Arbeit, die hier geleistet werde und zeigte sich erfreut über die Unterstützung. Es sei ein gutes Miteinander von Klinik und Stadt bei diesem Projekt zu spüren.

Das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum ist vom Prinzip her eine Art Betriebskindergarten – allerdings nicht im klassischen Sinne. Wichtig für die Eltern die lange Öffnungszeiten. Augenblicklich sind 104 Kinder fest untergebracht, davon sind 30 behindert. In vier integrativen Gruppen wurden behinderte und nichtbehinderte Kinder integriert.

Insgesamt sei ein Trend zu erkennen, sagte OB Achim Hütten, der auf mehr Bedarf an Ganztagesplätzen schließen lässt. Im vergangenen Jahr habe er mit Wolfgang Henrich die Andernacher Kindergärten besucht und dabei festgestellt, dass man sich vermehrt beispielsweise um einen Mittagstisch zu kümmern habe. Gerade Alleinerziehende, die zurück in den Beruf finden, sollten durch Angebotserweiterung auf diesem Sektor unbedingt unterstützt werden.

Andernach Aktuell, 27. Februar 2002

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