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Das Krankenhaus der anderen Art

04.12.2001, In der psychiatrischen Tagesklinik Mayen steht die Tür immer offen

Mit Kunst und Kreativität neues Lebensgefühl entwickeln
Vorurteile abbauen, Verständnis wecken, denn jeden kann es treffen: Beim Tag der offenen Tür in der psychiatrischen Tagesklinik Mayen, einer Außenstelle der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, saßen Patienten und Besucher an einem Tisch.

Weihnachtsduft, gemütliche Atmosphäre, handgefertigte Kleinkunst: Das erwartete die Besucher in der Mayener Tagesklinik. Patienten, Ehemalige und Gäste fanden den Weg ins Alte Krankenhaus. "Psychisch Kranke werden oft mit Vorurteilen konfrontiert. Dabei sind es ganz normale Menschen", erklärte Dr. Albrecht Quast, Leitender Arzt der Tagesklinik. Und eben die Normalität sollte am Tag der offenen Tür demonstriert werden.

Offen ist die Tür übrigens immer. Den Patienten wird so das Gefühl der Freiheit vermittelt. In die Tagesklinik gehen die Patienten so, wie andere zur Arbeit. "So wird die Tagesstruktur aufrecht erhalten. Das ist sehr wichtig", erklärte Diplom-Sozialarbeiter Wolfgang Lindemann. Die Erkrankungen: krisenhafte Lebenssituationen, Depressionen und klassische Psychosen. Leitgedanke bei der Behandlung: "Individualität statt Schema F".
Wolfgang Lindemann: "Die Stabilität des Behandlungserfolges hängt davon ab, dass der Patient wieder eine vernünftige Anbindung in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeit hat." Daher arbeitet die Tagesklinik mit Fachärzten, psycho-sozialem Dienst, Sozial- und Arbeitsamt sowie Beratungsstellen zusammen.

In der Ergotherapie, geleitet von Christa Höffges, können die Patienten ihrer Kreativität freien Lauf lassen, neue Fähigkeiten entdecken. Es gibt eine Liste mit Reaktionen der Patienten auf die kreative Arbeit. "Es ist ein Ausgleich zum Alltagstrott", "Man hat Erfolgserlebnisse" oder "Bei der Arbeit kann man abschalten und entspannen", schreiben die Patienten.
Die Fachkräfte fügen hinzu: "Die künstlerische Arbeit ist eine gute Ausdrucksmöglichkeit in einer seelischen Krise." Und der Fortschritt in der Entwicklung der Patienten ist in Malerei, Holzarbeiten oder Seidenmalkunst zu erkennen. "Je fröhlicher und bunter die Farben mit der Zeit werden, desto positiver der Entwicklungsstand", bestätigt Psychologe Rainer Piroth.

Rhein-Zeitung, 04. Dezember 2001

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