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Frauenschutzbereich neu eingerichtet

16.02.2000, Psychiatrische Aufnahmestation „Haus am Rennweg 2“ in Andernach wurde mit einer Feierstunde eröffnet

Am Mittwoch, dem 9. Februar wurde in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach die Station Haus am Rennweg 2 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten neu eröffnet. In einer Feierstunde freute sich Norbert Finke, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), zahlreiche externe Gäste und Mitarbeiter der RMF begrüßen zu dürfen.

Die Station „Haus am Rennweg 2“ ist eine psychiatrische Aufnahmestation der RMF. Hier werden Menschen mit akuten psychischen Erkrankungen wie schizophrenen Psychosen, manisch-depressiven Erkrankungen oder seelischen Störungen nach Gehirnverletzungen behandelt. Die nun mehr zeitgemäß ausgestattete Station verfügt über modern konzipierte Patientenzimmer mit eigener Nasszelle. Außerdem entstanden ein funktionell ausgerüstetes Behindertenbad, eine nach modernsten Erkenntnissen eingerichtete Küche sowie helle und freundlich gestaltete Aufenthalts- und Besucherräume. Auch wurden die Funktionsräumlichkeiten der Mieterarbeiterinnen und Mitarbeiter derart umgestaltet, dass diese nun in zentraler Lage die gesamte Station überblicken können.

Die Architekten Gerharz & Frank aus Bad Kreuznach, die mit der baufachlichen Planung der Modernisierungsarbeiten beauftragt waren, legten bereits im Herbst 1998 die ersten Pläne vor. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten die Möglichkeit, hinsichtlich der Gestaltung ihrer Station mitzuwirken. Sie konnten in Bezug auf die Farbkonzept, die Beleuchtung, die Verwendung bestimmter Materialien, die Gestaltung der Aufenthaltsräume sowie die Konzeption der Sanitäreinrichtungen ihre Erfahrungen und Kenntnisse einbringen.

Wie Norbert Finke in seiner Begrüßungsansprache erklärte, wurde insgesamt eine Summe in Höhe von 2.170.000 Mark aus den zu Verfügung stehenden pauschalen Fördermitteln investiert. „Das bedeutet, dass bei 40 Betten eine Renovierungsaufwand in Höhe von 54.000 Mark zu leisten war. Auf diesem Wege werden wir fortfahren, die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach zu einer Vorzeigeeinrichtung für die psychiatrische und neurologische Krankenhausbehandlung im nördlichen Rheinland-Pfalz zu gestalten.“

Dr. Stefan Elsner, leitender Abteilungsarzt der Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, zeigte sich besonders erfreut, über die gelungenen Renovierungsarbeiten und über die hierdurch verbesserten Behandlungsvoraussetzungen, die hervorragend auf die Bedürfnisse einer psychiatrischen Aufnahmestation ausgelegt sind. Dr. Elsner wies insbesondere auf einen neu eingerichteten Frauenschutzbereich innerhalb der Station hin, wo künftig maximal sechs Patientinnen untergebracht werden können und von männlichen Kranken unbehelligt bleiben, da diese keinen Zutritt zu dem Frauenschutzbereich haben werden. Warum es zu dieser Einrichtung kam, erklärte Dr. Elsner mit den Worten: „Als wir Ende 1997 durch die damalige Umstrukturierung in der Allgemeinpsychiatrie die letzten geschlechtsgetrennten Stationen aufgehoben bzw. durchmischt haben, war dies ein notwendiger und überfälliger Schritt hin zu mehr Normalisierung, wovon ich auch heute noch überzeugt bin. Nach anfänglicher Unruhe unter allen Beteiligten, die nicht überraschend war, ist diese Normalisierung inzwischen längst eingetreten. Doch in Einzelfällen gab es Probleme zwischen akut erkrankten Frauen und Männern, vor denen wir nicht die Augen verschließen können, und es gibt immer wieder einmal die Wünsche von Frauen, sich zumindest zeitweilig von Männern separieren zu können, wobei in der Regel traumatische lebensgeschichtliche Erfahrungen motivierend sind. Das bedeutet, dass wir diese Bedürfnisse und Ereignisse in allem Ernst wahrnehmen und der Individualität dieser Frauen gerecht werden. Wie überhaupt die Einrichtung des Frauenschutzbereiches unsere Sensibilität dafür gestärkt hat, die Fragen aufzuwerfen, ob es weitere frauenspezifische Angebote in unserer Klinik geben sollte, die bisher fehlen, und ob unserer jetzigen therapeutischen wie organisatorischen Gewohnheiten möglicherweise Frauenbedürfnisse missachten, ohne dass es uns bewusst ist. Wir wollen uns dieser Problematik auf jeden Fall stellen und für notwendige Veränderungen sorgen.“

Nach der offiziellen zeigten sich die anwesenden Gäste sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RMF beeindruckt von der gut durchdachten Modernisierung, die eine beachtliche Verbesserung der Aufenthaltsbedingungen und Therapievoraussetzungen in der RMF darstellt.

Andernacher Stadtzeitung, 16. Februar 2000

 

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