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Viele haben große Angst vor dem Alter

06.02.2000, In der RMF ist eine Fachabteilung für Gerontopsychiatrie eingerichtet

Rund ein Viertel der über 65-Jährigen leiden in irgendeiner Form unter psychischen Störungen. „Das Umfeld spricht dann häufig und (zu) voreilig von Alzheimer und Verkalkung. Doch die Krankheitsbilder und Ursachen sind vielfältig“, weiß Dr. Andreas Korn.

Die einzige Fachabteilung für Gerontopsychiatrie – auch Alterspsychiatrie genannt – ist im nördlichen Rheinland-Pfalz in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF) eingerichtet. Auf drei Stationen mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten stehen mehr als 80 Betten für die Aufnahme von über 60-Jährigen zur Verfügung, die an Depressionen, Alzheimer sowie Störungen der Hirnfunktionen leiden. Bei älteren Menschen sind ferner Missbrauch und Abhängigkeit von Medikamenten und Alkohol häufiger anzutreffen als vielfach angenommen wird. Diese Erfahrung hat Dr. Andreas Korn gemacht, der seit 1982 in der Andernacher Klinik tätig ist und seit 1985 die Fachabteilung leitet.

„Wesentlich mehr Menschen erreichen heute ein höheres Lebensalter. Probleme mit der Angst vor dem Alter aber haben viele. Rund 25 Prozent der über 65-Jährigen leiden in irgendeiner Form unter psychischen Störungen. Bei noch Älteren liegt der Anteil noch deutlich höher. Hauptursachen für psychische Veränderungen im Alter sind seelischen und soziale Faktoren sowie körperliche Erkrankungen. Egal wie alt, jeder Mensch hat einen Anspruch darauf, nicht über einen Kamm geschoren, sondern ernst genommen zu werden. Häufig liegen gleichzeitig mehrere Krankheiten vor. Daher sehen wir unsere erste Aufgabe in einer exakten Diagnose. Dabei kommen uns die vielfältigen Einrichtungen in der Klinik zu Gute“, betont Dr. Korn.

Die Diagnosestation ist mit einer kleinen internistischen Überwachungseinheit im Klinischen Zentrum in der RMF gekoppelt. Daneben gibt es zwei Behandlungsstationen im Maria Hafner-Haus, einem speziell für ältere Menschen eingerichteten Haus mit geräumigen Tages- und Therapieräumen.

Gerontopsychiatrische Sprechstunden werden in den Gesundheitsämtern in Andernach am ersten Montag eines Monats, in Mayen am zweiten Mittwoch und in Koblenz am dritten Donnerstag eines Monats jeweils von 16 bis 17 Uhr angeboten. Ratsuchende können ohne Anmeldung die Sprechstunden besuchen, wenn sie Probleme haben und Hilfe brauchen.

Rhein-Zeitung, 09. Februar 2000

 

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