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Am Ende steht der Anfang

14.12.1999, Wenn nichts mehr geht: Werner S. schaffte in der Tagesklinik für psychisch Erkrankte neuen Start

Werner S., 43 Jahre, ist der typische Patient: Antriebs- und freudlos verbringt er fast den ganzen Tag im Bett, zieht sich von Familie und Freunden zurück und verliert schließlich seinen Job. Dem Mann kann geholfen werden: Durch einen Therapieplatz in der Tagesklinik im Alten Krankenhaus.

Mit seinen Symptomen ist Werner S. ein typischer "Kunde" der Tagesklinik, die von der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach in Mayen betrieben wird. Zum Fernsehen oder Lesen reicht die Konzentrationsfähigkeit von Werner S. schon lange nicht mehr aus. Und weil ihm auch die Ausdauer fehlt, ist er vom Arbeitsamt als "schwer vermittelbar" eingestuft. Schließlich kommen schwere Depressionen hinzu. Irgendwann ist S. an dem Punkt, wo er einsieht, dass nur noch eine fachlich kompetente Beratung helfen kann. S. wendet sich an die Tagesklinik, findet dort innerhalb weniger Tage Aufnahme. Ganzheitlich will man hier S. helfen. Das bedeutet, dass im Team der Tagesklinik nicht nur Ärzte und Pfleger vertreten sind. Ein Sozialarbeiter, ein Psychologe und eine Ergotherapeutin arbeiten hier.

Der erste Schritt: S. lernt, wieder in einen festen Tagesablauf zu kommen. Denn die Patienten nehmen montags bis freitags von 9 bis 16.15 Uhr am Behandlungsprogramm teil. So sollen sie lernen, ihre Antriebsschwäche zu überwinden, wieder Freude am Leben zu empfinden. Hierzu tragen körperliche Aktivitäten wie Sport oder Entspannungsübungen ebenso bei wie das Training der Hirnleistungsfunktionen.


Damit die psychische Besserung über den Aufenthalt in der Tagesklinik anhält, wird versucht, S. an nachbetreuende Stellen zu vermitteln. Das kann eine Stelle in einer beschützenden Werkstatt sein oder die Aufnahme der Arbeit in einer Integrationsfirma und die Suche nach einem Arbeitsplatz auf dem freien Markt. Hierfür arbeitet die Tagesklinik eng mit dem Psychosozialen Dienst, der Arbeitsassistenz und dem Arbeitsamt zusammen.


Aber genauso wichtig ist es, dass die Angehörigen in die Therapie mit einbezogen werden, indem man sie einerseits über die Krankheit aufklärt, andererseits sie in die Behandlung integriert. Dr. Christa Möllers, Ärztin an der Tagesklinik: "Es soll auch zwischen Patienten und Angehörigen vermittelt werden, um Verständnis für die jeweils andere Seite zu erzielen."
Heute hat Werner S. es geschafft. Er arbeitet in einer ABM-Stelle, hat wieder Kontakt zu Freunden und Familie. Sogar den Kegelclub besucht er wieder regelmäßig.


Rhein-Zeitung, 14. Dezember 1999

 

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