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Psychisch Kranke zu Hause behandeln

08.05.1998, Institutsambulanz der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach wurde vorgestellt - Versorgungslücke konnte geschlossen werden

Viele psychisch kranke Menschen können wegen ihres Leidens keine Klinik oder Praxis aufsuchen. Deshalb hat die Rhein-Mosel-Fachklinik jetzt eine psychiatrische Institutsambulanz eingerichtet. Ein Betreuerteam behandelt die Patienten in den eigenen vier Wänden.

Der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Norbert Finke, machte deutlich, dass sich nach längerer Phase der Antragstellung nun endlich eine Versorgungslücke für die psychisch kranken Patienten geschlossen habe, die krankheitsbedingt nicht den Weg in die Praxis der niedergelassenen Gebiets- oder Allgemeinärzte finden.

Aus langjähriger Erfahrung sei bekannt, dass es chronisch psychisch kranke Menschen gebe, die durch fehlende Krankheitseinsicht oder durch mangelnde Koordination nicht in der Lage sind, ihre erforderliche Behandlung selbst zu organisieren. Diese Personen sind deswegen auch nicht in der Lage, so Norbert Finke, die vorhandenen ambulanten Behandlungsangebote von sich aus wahrzunehmen.

Aus dieser Erfahrung heraus wurde das Instrumentarium der psychiatrischen Institutsambulanz in die Sozialgesetzgebung aufgenommen. Den psychiatrischen Fachkrankenhäusern mit regionalem Pflichtversorgungsauftrag wird hierdurch die Möglichkeit gegeben, mit einem multiprofessionell besetzten Behandlungsteam solche Menschen zu Hause aufzusuchen, um über diese kontinuierliche Betreuung, eine regelmäßige Behandlung aufzubauen.

Zum Andernacher "PIA-Team" gehören zwei Fachärzte, fachkundige Pfleger und Schwestern, Sozialarbeiter und Psychologen, die durch ihre persönlichen Besuche Kontakte schaffen und Vertrauen aufbauen wollen. Auf diesem Weg soll die soziale Situation der psychisch kranken Menschen schrittweise verbessert werden. Die psychiatrische Institutsambulanz kann sowohl Menschen betreuen die an einer chronischen Psychose erkrankt sind, als auch solche Menschen, die an einer schweren chronischen Suchterkrankung leiden.

Darüber hinaus wird im Rahmen der psychiatrischen Institutsambulanz in den nächsten Wochen die Möglichkeit der Substitutionstherapie mit Methadon eingerichtet werden. Diese Erweiterung stellt für drogenabhängige Menschen ein zusätzliches Behandlungsangebot dar.

Rhein-Zeitung, 08. Mai 1998

 

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