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Projekt in Brauheck "Leuchtturm" für die ganze Region

19.11.2012, Wohnpark für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eröffnet

Der Wohnpark für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Cochem-Brauheck ist offiziell eröffnet worden. 24 Plätze sind vorgesehen, mehr als 3,5 Millionen Euro hat das Landeskrankenhaus hier investiert. Deren Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß nannte den neuen Wohnpark "einen Leuchtturm" für Cochem und die Region. "Behandlung und Betreuung werden jetzt nicht mehr weit entfernt vom eigenen Zuhause möglich sein", betonte Gerald Gaß und verwies darauf, dass bisher Menschen mit psychischen Erkrankungen aus dem Kreis in weit entfernten Einrichtungen behandelt werden mussten.

Dr. Julia Kuschnereit, Psychiatriereferentin im Mainzer Sozialministerium, meinte: "Mit dem Wohnpark in Brauheck wird im Kreis eine wichtige Versorgungslücke beschlossen." Die neuen Räume böten einen schönen, geschützten und verlässlichen Rahmen für die betroffenen Menschen und bereiteten sie optimal auf die Rückkehr in den Alltag vor.

Skepsis der Bürger hat sich gelegt
Kuschnereit wies vor allem auf den offenen Ansatz in Brauheck hin. Die Psychiatrie brauche die Möglichkeit der Begegnung, "und da ist die Arbeit hier in diesem Wohnpark vorbildlich." Das Land hat für das Projekt 1 Million Euro beigesteuert. "Es war eine richtige Entscheidung, in Brauheck ein solches Wohnheim zu bauen", meinte der Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Sehn. Damit sei eine Versorgungslücke im Kreis geschlossen worden. Sehn: "eine Gesellschaft wird auch an ihrem Umgang mit behinderten Menschen gemessen, und diese Menschen gehören in unserer Mitte."

Cochems Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz sieht in diesem Wohnpark eine wichtige Aufwertung für den Stadtteil als ein mögliches neues Kommunikationszentrum. Ihn freut, dass zur Eröffnung auch viele Brauhecker gekommen waren. "Das ist ein gutes Zeichen", sagte Lambertz. Dies wohl auch eingedenk der Tatsache, dass zu Beginn der Planungen viele Bürger aus dem Stadtteil einem solchen Projekt skeptisch gegenüberstanden. "Wir haben diese Sorgen ernst genommen, und die kritischen Stimmen haben sich mittlerweile gelegt", freute sich auch Gerald Gaß.

Nur der nötigste Bedarf gedeckt
Seit September blieben die ersten Bewohner in dem Wohnpark. Die 24 Plätze sind in drei Wohneinheiten aufgeteilt: Zwei Gruppenhäuser mit Wohngruppen mit acht Plätzen und ein drittes Gebäude mit acht Trainingsappartments. Die Einrichtung wird die vorhandenen Angebotsstrukturen im Kreis für Menschen mit Behinderung nutzen. In Brauheck soll aber auch eine Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige wie auch für Interessierte entstehen. Karlheinz Saage, Direktor Heime der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, wies allerdings darauf hin, dass mit dem Wohnpark nur der nötigste Bedarf im Kreis gedeckt werde. "Im Kreis Cochem-Zell gibt es 50 bis 55 Menschen, die in dieser Form betreut werden müssten."

Julia Kuschnereit äußerte einen Wunsch bei der Eröffnung: "Es wäre schön, wenn hier ein Ort entstehen würde, wo die betroffenen Menschen so viel Betreuung wie nötig, aber auch soviel Eigenständigkeit wie möglich erfahren. Und dass hier viele Menschen zusammenkommen werden."

Rhein-Zeitung, 19. November 2012

Karlheinz Saage, Direktor Heime, bei der Vorstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neuen Wohnparks Cochem-Brauheck.
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