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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

30.01.2013, Rhein-Mosel-Fachklinik und die Stadt Andernach gedachten und mahnten

Zum "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" am 27. Januar gedachte die Rhein-Mosel-Fachklinik wie seit einigen Jahren insbesondere der Opfer der "Euthanasie" und setzte sich damit auch mit der Geschichte der Klinik während der NS-Zeit auseinander. Während eines ökumenischen Gottesdienstes in der Klinikkirche, der von Krankenpflegeschülern mitgestaltet wurde, wurde auch an die heute stetig lauernden Gefahren gemahnt. Einige Beispiele menschenverachtenden Verhaltens wurden aus Zeitungsberichten genannt - aktuelle Beispiele, die zeigen, dass ein gefährliches Potenzial nach wie vor in der Gesellschaft zu lauern scheint und die stetige an die Befreiung von Auschwitz (der Aufhänger des vom damaligen Bundespräsidenten Herzog initiierten Gedenktages) nötig ist.

Der ärztliche Direktor Dr. Stefan Elsner berichtete von einem neuen Denkmal, das 2013 in Berlin eröffnet werden soll. Er hofft, dass durch die zentrale Lage in der Tiergartenstraße noch mehr Menschen mit dem Thema konfrontiert werden. Die Menschen sollen, so Elsner, "wenigstens kurz innehalten". Alleine durch die "Euthanasie" seien nach Schätzungen etwa 200.000 Menschen während der NS-Zeit ermordet worden.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde am Container in der Innenstadt, der an die Opfer erinnert, die von der Andernachklinik aus in die "T4"-Anstalt Hadamar geschickt wurden, Kränze von der Klinikleitung und der Stadt Andernach niedergelegt. Oberbürgermeister Achim Hütten dankte der Rhein-Mosel-Fachklinik und dem Landeskrankenhaus, "dass Sie das Erinnern aufrecht erhalten". Er mahnte, es gelte, nicht nur zur erinnern, sondern, wie es bereits während der Messe getan wurde, brauner Gesinnung entgegen zu stehen. Hütten unterstrich die "Banalität des Bösen", die die Philosophin Hannah Arendt nach dem Weltkrieg erstmals erörterte. Man muss sich nicht selbst in Gefahr bringen, so der Oberbürgermeister. Oft genüge es schon, in Gesprächen entgegenzuhalten.

Bick Aktuell, 30. Januar  2013

Kranzniederlegung am 'Euthanasie'-Mahnmal in der Andernacher Innenstadt.
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