Zu den Inhalten springen

Navigation

Suche

twitter

Servicenavigation

Funktionen

| Schriftgröße
 

Presse Detailansicht

Angebot für Ältere startet im Mai

09.04.2008, Rhein-Mosel-Fachklinik baut für rund 1 Million Euro Schwimmbad zur Tagesstätte um – Betreuung auch für Demenzkranke

Altenheim, Pflege zu Hause, Kurzzeitpflege oder Tagesgruppe – das Betreuungsangebot für Ältere wird in der Region immer vielfältiger. Bald soll eine weitere Einrichtung dazukommen.

In Andernach soll Mitte Mai eine neue Tagesstätte für Senioren eröffnen. Für rund eine Million Euro baut die Rhein-Mosel-Fachklinik das ehemalige Schwimmbad im Keller des Personalwohnheims der Klinik in der Kastanienallee zur Zeit zu einer Tagesstätte um, sagte Karlheinz Saage, Direktor Heime der Rhein-Mosel-Fachklinik, bei einem Rundgang durch die Tagesstätte. Bis zu 25 Ältere will die Klinik dort betreuen. Damit erhält die Region ein weiteres Angebot für die Seniorenbetreuung.

Ziel: Ein Treffpunkt sein
Die neue Tagesstätte richtet sich hauptsächlich an über 60-Jährige, erklärte Karlheinz Saage. Die Rhein-Mosel-Fachklinik biete in der Kastanienallee auch die Betreuung psychisch kranker Senioren und Klienten, die an Alterserkrankungen wie etwa Demenz leiden. Auch Senioren, die zu Hause leben und sich allein fühlen, können die Einrichtung besuchen. „Man trifft sich dort und ist dann nicht mehr allein und einsam“, verdeutlichte Pressesprecher Wolfgang Willenberg das Konzept.

Entscheidend ist laut Saage, dass es einen Pflegebedarf gibt – der Klient also mindestens der Pflegestufe eins zugeordnet ist. Gerade Demenz könne auch bei deutlich Jüngeren auftreten. Deswegen gibt es kein Mindestalter für die Tagesgruppe. Mit ihrer besonderen Kompetenz im Umgang mit psychischen Krankheiten grenze sich die neue Tagesgruppe vom Angebot anderer Tagespflegeeinrichtungen ab, sagte Verwaltungsdirektor Werner Schmitt.

Ein Ziel des neuen Angebotes sei es, „dass die Betroffenen so lange wie möglich zu Hause bleiben können“, erklärte Schmitt. Die Klienten kommen morgens in die Tagesstätte, werden dort betreut und gehen am Nachmittag wieder nach Hause. Womöglich bietet die Klinik auch einen Fahrdienst an.

Bei der Betreuung soll das Beschäftigen mit Tätigkeiten, die den Klienten vertraut sind, eine wichtige Rolle spielen, sagte Schmitt. So könnten ältere Frauen, die sich immer um die Familie gekümmert haben, über Tätigkeiten in der „Trainingsküche“ der Tagesstätte in die Hausarbeit eingebunden werden, etwa beim Kartoffelschälen oder beim gemeinsamen Kochen. „Dieses Anknüpfen an Alltagserfahrungen ist Teil unseres Konzeptes“, sagte Saage. Natürlich gibt es auch eine herkömmliche Küche, über die etwa das Mittagessen ausgegeben wird. Willenberg nannte als weitere mögliche Aktionen die morgendliche Zeitungsrunde mit Diskussionen, Gesellschaftsspiele und Ausflüge in die Region. Willenberg: „das sind Angebote – niemand ist gezwungen, sie auch anzunehmen.“

Bis zu 25 Gäste möglich
Pro Tag gibt es 15 Plätze in der neuen Tagesstätte. Da nicht alle Klienten täglich zu Gast sind, rechnet die Klinik mit insgesamt bis zu 25 Älteren, die die Einrichtung besuchen. Etwa sechs Mitarbeiter, verteilt auf umgerechnet vier Vollzeitstellen, kümmern sich um die Besucher der Tagesstätte. In Alzey habe das Landeskrankenhaus mit dem gleichen Konzept gute Erfahrungen gemacht, berichtete Saage. Dort habe es zuerst ebenfalls 15 Plätze gegeben – dann sei das Angebot wegen der großen Nachfrage erweitert worden.

Für die Klienten und deren Angehörige sei der Besuch der Tagesstätte „im wesentlichen kostenfrei“, sagte Verwaltungsdirektor Werner Schmitt. Allenfalls würde die Rhein-Mosel-Fachklinik einen „kleinen Kostenanteil“ erheben. Die Planungen der Details seien zur Zeit im Gange. Die Finanzierung des neuen Angebotes trage die RMF allein – es seien keine Zuschüsse geflossen. Bis vor kurzem beherberte das Kellergeschoss des Wohnheims ein Schwimmbad. Doch die Einrichtung sei kaum genutzt worden, hieß es. Daher habe sich die Klinik entschlossen, die Etage zu einer gerontopsychiatrischen Tagesstätte umzubauen. Vom einstigen Schwimmbad ist dabei nichts übrig geblieben. Andernacher Architekten planten den Umbau.

Roswitha Beck zu Besuch
Neben einem großen Tagesraum, den beiden Küchen und weiteren Räumen gibt es auch ein Außengelände. Über den Umbau informierten sich kürzlich auch Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten und Roswitha Beck, Kuratoriumsvorsitzende des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie.

Rhein-Zeitung, 9. April 2008

Roswitha Beck und Achim Hütten bei ihrem Besuch in den Räumlichkeiten der neuen Gerontopsychiatrischen Tagesstätte der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach.
© Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach 2017 | Impressum | Haftungsausschluss