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Erinnern an die Opfer der NS-Euthanasie

30.01.2008, Tag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Anlässlich des Tages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus sollten in Andernach eine Reihe von Veranstaltungen die Erinnerung an das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wach halten. Gemeinsam hatten die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach und die „Initiative Erinnern“, bestehend aus Andernacher Kirchen und Schulen, dem Historischen Verein, dem Freundschaftskreis Dimona-Andernach, der Christlich-jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit sowie dem Kulturamt der Stadt Andernach zur Kranzniederlegung am Mahnmal in der Innenstadt geladen.

Oberbürgermeister Achim Hütten hielt in einer kurzen Ansprache auch vor Augen, dass jedes Jahr eine große Zahl an Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund verübt wird. Dies anzumahnen gehöre auch zur Aufgabe des Erinnerns. Er dankte den Initiatoren des Tages: In Andernach sei die Kultur des Erinnerns nicht alleine auf diesen einen Tag beschränkt, sondern ganzjährig. Teilweise werde gemahnt, dass Karneval und der Gedenktag zusammenfallen. Würde sich das Erinnern tatsächlich nur auf diesen einen Tag beschränke, wäre das sicher zu wenig, so Hütten.

Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, erinnerte, das Unrecht der Nationalsozialisten habe bereits in den 30er Jahren begonnen mit Zwangssterilisationen – „auch daran sollten wir stets denken“. Insgesamt, unterstrich er, sei es „nötig, immer daran zu erinnern, was Menschen Menschen antun können“.

Zum ökumenischen Gottesdienst in der Klinikkapelle St. Thomas auf dem Gelände der Rhein-Mosel-Fachklinik, zitierte er aus dem Begleitbuch zur Ausstellung „Lebensunwert – zerstörte Leben“, eine Wanderausstellung, die zur Zeit im Klinischen Zentrum gastiert und im Anschluss an den Gottesdienst gemeinsam besucht werden sollte.

Dabei ging es um die schwer zu ertragende Geschichte der „Anna D.“. Einerseits enthält die Leidensgeschichte die schier unglaublichen Erlebnisse einer Frau während der Nazi-Diktatur, die aber auch nach Ende des Krieges nicht wirklich endeten. Dem gegenüber steht die Geschichte einer Frau, die schon während der Nazi-Herrschaft Karriere machte und diese Karriere nach dem Krieg im Grunde fortsetzen konnte.

Andernacher Stadtzeitung, 30. Januar 2008

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