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Neuer Chefarzt baut Abteilung auf

28.08.2014, PD Dr. Andreas Konrad kommt von der Universitätsmedizin Mainz

ANDERNACH. Die Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) Andernach hat ihre Fachabteilung Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie neu organisiert. Dazu wurde mit Dr. Andreas Konrad ein weiterer Chefarzt eingestellt. Konrad widmet sich im Besonderen dem breiten Feld der psychotischen Erkrankungen. Diese Stationen waren bislang auch dem Ärztlichen Direktor der RMF, Dr. Stefan Elsner, unterstellt. Er wird sich nun vorrangig mit Depressionen und anderen affektiven Störungen beschäftigen können.
Durch die neuen Strukturen will sich die Klinik laut Pressemitteilung noch besser den Bedürfnissen ihrer Patienten anpassen. Elsner erklärt: "Es ging uns nicht darum, Spezialstationen zu schaffen, sondern das Angebot mehr zu differenzieren und die Therapien weiter zu entwickeln."
Konrad hat erst kürzlich seine Habilitation erfolgreich absolviert und darf den Titel Privatdozent (PD) Dr. med. habil. tragen. Er freut sich auf die neue Aufgabe: "Ich kann an der Rhein-Mosel-Fachklinik mehr Verantwortung übernehmen, selbst viel gestalten und in der neu geschaffenen Abteilung eigene Schwerpunkte setzen. Das alles reizte mich sehr." Konrads Abteilung umfasst 80 Betten auf drei Stationen, hinzu kommen zwei Tageskliniken. Bevor er nach Andernach kam, hat er seit 2001 in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz gearbeitet. In den vergangenen sechs Jahren war er dort als Oberarzt unter anderem Leiter der Psychiatrischen Institutsambulanz und der ADHS-Ambulanz für Erwachsene. Eine geschlossene Station wurde unter seiner Leitung zu einer offenen mit Behandlungsschwerpunkt für psychotische Erkrankungen umgebaut.
Konrads Werdegang ist begleitet von zahlreichen wissenschaftlichen Tätigkeiten. Schwerpunkte waren dabei bildgebende Untersuchungen des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie sowie klinische Studien zu Wirkungen und Nebenwirkungen antipsychotischer Medikamente. Gern möchte er auch weiterhin wissenschaftlich aktiv bleiben, dabei soll es unter anderem um die Verteilung von Erkrankungen und die Versorgung der Bevölkerung gehen. Zudem will Konrad weiterhin im Bereich der Lehre tätig bleiben und die Zusammenarbeit zwischen RMF und der Universitätsmedizin Mainz stärken.
Konrad hat ergänzend zu seiner Arbeit in der Universitätsmedizin ein Fernstudium absolviert, das er als "zertifizierter Gesundheitsökonom" abschloss. Dazu sagt er: "Während Medizinstudium und Weiterbildung erhält ein angehender Arzt kaum Kenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die werden in leitenden Positionen aber immer wichtiger." Als Arzt habe er zudem die Verantwortung, Ressourcen effizient einzusetzen, gerade dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. "In dieser Hinsicht krankt auch unser Gesundheitssystem: Im psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich stehen gerade den akut Erkrankten oder Menschen in einer schweren Krise kurzfristig zu wenige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung."
Sein neuer Arbeitsplatz habe die idealen Voraussetzungen für die großen Herausforderungen, denen sich die Fachklinik mit der Neuorganisation stellen will. "Die vorhandenen Strukturen an der Klinik sind sehr gut. Außerdem bin ich sehr freundlich aufgenommen worden. Das ist eine gute Basis, um gemeinsam die Ziele zu erreichen."
Diese umfassen zunächst die Bildung inhaltlicher Schwerpunkte und die Erweiterung der therapeutischen Angebote - besonders bei Schizophrenien. In einem weiteren Schritt will Konrad stationäre und ambulante Angebote enger vernetzen. "Dabei geht es insbesondere auch um die Übergabe von Informationen bei Aufnahme und Entlassung eines Patienten", erklärt der 45-jährige. Konrad möchte darüber hinaus zum Abbau von Stigmatisierung bei Psychosen und Schizophrenien in der Gesellschaft beitragen. Hier trägt auch die Vermittlung eines modernen Krankheitsbildes bei: So habe prinzipiell jeder ein Risiko, im Verlauf des Lebens psychotische Symptome zu entwickeln, die Einteilung in Gesunde und Kranke treffe also so gar nicht zu.
Nicht zuletzt soll der Patient selbst aktiver in den Genesungsprozess eingebunden werden. Konrad: "Früher hieß es oft: ,Du hast doch eine Krankheit, du musst Medikamente nehmen.' Diese Ansprache funktioniert aber meist nicht. Wir müssen zunächst nicht die Krankheit in den Vordergrund stellen, sondern die Sichtweise des Patienten auf Beschwerden und Probleme ernst nehmen - ihn dort abholen, wo er steht. Dann geht er eher auch langfristig den Weg mit, den wir vorschlagen."
Mit der Berufung von Andreas Konrad zum Leiter der Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie ist bereits der zweite Chefarztposten an der RMF innerhalb weniger Wochen neu besetzt worden. Erst im Frühjahr gab es in der Gerontopsychiatrie einen Wechsel: Dr. Marion Bauer-Hermani hat die Position von Dr. Andreas Korn übernommen, der die Abteilung zuvor knapp 30 Jahre führte.

Rhein-Zeitung, 28. August 2014

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