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Fachklinik baut neues Wohnheim

19.02.2015, Infrastruktur Psychisch behinderte Menschen erhalten Heimstatt – Infoveranstaltung am 25. Februar

ALTENKIRCHEN Die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (Landeskrankenhaus) wird in Altenkirchen ein Gebäude für intensiv betreutes Wohnen für psychisch behinderte Menschen bauen. Als Standort ist die Fläche zwischen Wiedstraße und Gleisanlage des Bahnhofs vorgesehen, die sich in städtischem Besitz befindet. Vor diesem Hintergrund ist am Mittwoch, 25. Februar, 19 Uhr, im großen Sitzungssaal des Kreishauses Altenkirchen eine Informationsveranstaltung, an der jeder Interessierte teilnehmen und Fragen stellen kann. "Wir möchten die Bevölkerung schnell und umfassend informieren, was geplant ist. Wir möchten kein Verfahren hinter verschlossenen Türen, wir möchten Unruhe vermeiden und eine breite Unterstützung erreichen", nannte Altenkirchens Bürgermeister Heijo Höfer den Grund für die Anberaumung des Termins. Der Stadtrat sei schon im Januar in Kenntnis gesetzt worden und stehe dem Projekt sehr positiv gegenüber. "Wir sind schon einige Zeit mit der Rhein-Mosel-Fachklinik im Gespräch", ergänzte der Landrat, "die Gremien in der Kreisverwaltung haben sich mit dem Vorhaben befasst." Alles sei in sehr enger Abstimmung mit Stadt sowie Verbandsgemeinde Altenkirchen und seiner Behörde erfolgt. Jetzt gehe es an die Realisierung.

"Das intensiv betreuende Wohnangebot schließt die in diesem Leistungsbereich im Landkreis vorhandene Lücke in der Versorgung von Menschen mit psychischer Behinderung", sagte Karlheinz Saage, Direktor Heime/Heimleiter der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach. Bislang müssen Menschen mit diesem Krankheitsbild, die ständiger Betreuung bedürfen, außerhalb des AK-Landes untergebracht werden. Gleichzeitig nutze es im Umfeld bereits vorhandene Angebotsstrukturen wie die Werkstätten für behinderte Menschen der Lebenshilfe und die Tagesstätte der Neuen Arbeit für die Umsetzung des eigenen Betreuungsangebotes. Parallel erhält die ambulante psychiatrische Pflege im neuen Wohnheim einen Stützpunkt. So entsteht im Sinne eines gemeindepsychiatrischen Zentrums eine Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen der Region und deren Angehörige. "Damit schaffen wir ein flächendeckendes Angebot im Kreis, wie es kaum ein anderer Kreis vorhält", merkte Joachim Brenner, Referatsleiter im Sozialamt der Kreisverwaltung, an.

Wie Werner Schmitt als kaufmännischer Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik ausführte, werden 24 Plätze in dem neuen Wohnheim geschaffen. Kleine Wohngruppen mit bis maximal acht Bewohnern, ausgerichtet auf den hohen Unterstützungsbedarf, werden ergänzt von acht Apartments für intensiv betreutes Einzelwohnen im Rahmen eines vollstationären Betreuungsrahmens. "Wir sind uns bewusst, dass wir mitten in der Stadt liegen. Wir wollen offen, einladend und nicht abschreckend sein", begründete Schmitt die Entscheidung für diesen Standort und gegen einen irgendwo auf der "grünen Wiese". Schmitt möchte einen "žguten Kontakt zur Nachbarschaft" und keine Abgrenzung. "Das städtische Leben soll spürbar sein", formulierte er. "Das Wohnheim ist nah und gut erreichbar", fügte Höfer an, zu Zug und Bus sei es nur ein kurzer Weg, "wir möchten diese Menschen ganz und gar nicht in irgendeine Ecke abschieben".

Für Diplom-Architekt Michael Summerer vom Architektenbüro Summerer und Fischer aus Andernach steht bei der Planung im Vordergrund, für die Menschen "ein gutes Zuhause zu schaffen". Er will ein Pendant zum markanten Bahnhof setzen, um die städtebauliche Situation aufzuwerten. "Die Fassade soll aus Naturstein bestehen und damit den Bezug zum Bahnhof herstellen", ging Summerer ein wenig ins Detail. Aufgrund des Grundstückzuschnitts wird das Wohnheim zweigeschossig, 60 Meter lang und 16 Meter breit. Den umbauten Raum gab er mit rund 6300 Kubikmetern, die Kosten mit derzeit circa 3,5 Millionen Euro an.

Bei der Terminierung des Baubeginns legten sich Saage und Schmitt gleichlautend mit "zwischen Juli und Oktober" fest. Ob die Rhein-Mosel-Fachklinik das Wohnheim selbst bauen oder es durch einen Investor errichten lässt, ist noch offen. Geschaffen werden 15 bis 18 Voll- und Teilzeitstellen mit einem Lohnvolumen von rund 600 000 Euro im Jahr.

Rhein-Zeitung, 19. Februar 2015

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