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Gleichstellungsbeauftragte will gegen häusliche Gewalt vorgehen

06.10.2015, Soziales Marion Falterbaum hat sich für ihre neue Aufgabe einiges vorgenommen

MAYEN Marion Falterbaum ist seit Januar die kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mayen. Lange musste die Stadt jemanden für diesen ehrenamtlichen Posten suchen. Warum, kann die sympathische Dame nur erahnen: "Viele denken, das Thema hat nur mit der Emanzipation der Frau zu tun, dabei ist es vielschichtiger. Es geht nicht nur darum, dass Frauen unbedingt ihre Rechte durchsetzten wollen. Ich habe auch die Männer im Fokus", sagt sie deutlich.

Das Rollenbild habe sich für beide Geschlechter stark verändert. "Ich sehe meine Aufgabe darin, einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zu unterstützen", fügt sie an. Zur Politik ist die 50-Jährige erst spät gekommen, allerdings hat sie dann einen rasanten Start hingelegt. Durch ihren Sohn, der mit 21 Jahren das jüngste Stadtratsmitglied in Mayen ist, lernte sie die Parteiarbeit kennen und schätzen. 2012 stieg sie als aktives Mitglied in die CDU ein und wurde schon bald dort und in der Frauenunion Vorstandsmitglied und kandidierte bei der Stadtratswahl.

Die gelernte Krankenschwester, die viele Jahre in der Pflege der Rhein-Mosel-Fachklinik gearbeitet hat und heute dort Assistentin der Pflegedirektion ist, fasste den Entschluss, beruflich kürzer zu treten und somit Zeit für ihre neue Aufgabe zu schaffen. Denn der Posten "braucht viel Zeit und Herzblut", weiß sie. Viele Themen liegen der Mayenerin am Herzen, aber "man muss sich herantasten, denn das ist auch für mich Neuland", gibt sie offen zu. Erste Projekte sind schon gestartet, und noch mehr Ideen schwirren in ihrem Kopf.

Ein großes Thema für sie ist häusliche Gewalt. Als Arbeitskreismitglied des "Mayener Forums gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen" weiß sie, wie hoch die Dunkelziffer ist und wie wichtig Aufklärung ist. Der Arbeitskreis zeigt Wege zu ärztlicher, juristischer und sozialer Hilfe in Form von Therapien auf.

Themen wie Familie und Beruf, der Wiedereinstieg in den Beruf nach langer Erziehungs- oder Pflegepause sowie ungleiche Löhne bei Männern und Frauen beschäftigen sie. Ebenso die aktuelle Flüchtlingslage: "Die müssen wir im Blick haben und die Gleichberechtigung von Kulturen und Religionen fördern. Aber auch unser Rollenverständnis den Menschen aus anderen Kulturen näherbringen", bekräftigt sie.

Auch der Aufbau eines Unternehmerinnennetzwerks steht auf ihrer Liste. Dieses soll zum Erfahrungsaustausch mit Frauen dienen, die ebenfalls die Selbstständigkeit anstreben. "Ich möchte mit anpacken und für die Menschen greifbar sein", ist ihr Wunsch. Im Moment müsse sie noch selbst viel lernen und recherchieren, aber dass ihr die Tätigkeit sehr viel Freude bereitet, ist deutlich zu spüren.

Rhein-Zeitung, 6. Oktober 2015

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