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Schlaganfall: St. Elisabeth kann bald schnell helfen

22.04.2016, Medizin Kooperation mit Andernacher Klinik soll Patientenversorgung deutlich verbessern

MAYEN Die medizinische Versorgung von Schlaganfallpatienten aus Mayen und der Region soll sich deutlich verbessern. Dazu geht das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, zu dem das Mayener St.-Elisabeth-Krankenhaus gehört, eine Kooperation mit der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach ein. Läuft alles wie geplant, wird das neue Angebot am 1. Juli starten.

Wer einen Schlaganfall erleidet, muss so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht werden. Das betont Georg Schmitz, kaufmännischer Direktor des St.-Elisabeth-Krankenhauses. „Einen Schlaganfall kann man nicht schon im Krankenwagen behandeln.“

Denn vor der Behandlung muss zunächst geklärt werden, was den Schlaganfall ausgelöst hat. Dafür kann eine Blutung im Gehirn oder ein Durchblutungsausfall verantwortlich sein. Um die Ursache zu ermitteln, ist ein Computertomogramm (CT) oder ein Kernspintomogramm (MRT) erforderlich. Von der Ursache hängt dann die weitere Behandlung ab.

Um möglichst rasch mit der richtigen Behandlung beginnen zu können, werden die Schlaganfallpatienten künftig ins Mayener Krankenhaus gebracht. Dort werden mittels CT beziehungsweise MRT Aufnahmen vom Patienten angefertigt, die dann entweder an Fachärzte im Evangelischen Stift in Koblenz oder in der Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach übermittelt werden.

„Per Videokonferenz mit dem Partnerkrankenhaus erfolgt auch eine Befragung des Patienten, um weitere Diagnosen zu stellen“, erläutert Schmitz. Dabei ist auch ein Internist des Mayener Krankenhauses anwesend, der den Patienten dort betreut.

Nach der Diagnose können die Ärzte mit der korrekten Behandlung beginnen. Sollte es erforderlich sein, kommen dafür auch Spezialisten aus den anderen Krankenhäusern nach Mayen. Zur weiteren Behandlung werden die Patienten anschließend in die Rhein-Mosel-Fachklinik gebracht, die über eine spezielle Schlaganfallstation, eine sogenannte Stroke-Unit, verfügt.

„Diese Kooperation ermöglicht eine ideale Verbesserung für Patienten in unserem Einzugsbereich“, sagt Georg Schmitz. „Wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir das auf die Beine stellen konnten.“

Pro Standort investiert das Gemeinschaftsklinikum einmalig rund 15 000 bis 20 000 Euro, um die erforderliche Technik anzuschaffen. Die laufenden Kosten liegen laut Schmitz bei rund 5000 Euro pro Jahr. „Wir stemmen das ohne einen Zuschuss des Landes“, hebt der kaufmännische Direktor hervor. Das Land Rheinland-Pfalz hat ein eigenes Netzwerk aufgebaut, das am 1. April gestartet ist.

An diesem Netzwerk beteiligt sich das Gemeinschaftsklinikum aus Kostengründen jedoch nicht. Stattdessen haben sich die Verantwortlichen dort um eine eigene Lösung bemüht. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung für Schlaganfallpatienten ist in Mayen seit längerer Zeit ein Thema.

Unter anderem hatte der Stadtrat bereits vor zwei Jahren auf eine Initiative des Seniorenbeirats hin eine Petition verabschiedet und damit dokumentiert, dass er die Einrichtung einer Schlaganfalleinheit im St.-Elisabeth-Krankenhaus für erforderlich hält.

„Diese Art der Versorgung war damals noch weit weg“, sagt Georg Schmitz. Doch auch dank der Petition habe man die Verbesserungen auf den Weg bringen können, sodass Mayen von Juli an über eine „Stroke-Unit light“ verfügt, wie Schmitz es bezeichnet.

Rhein-Zeitung, 22. April 2016

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