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Schnellere Hilfe beim Schlaganfall

07.05.2016, Netzwerk Kooperation zwischen Gemeinschaftsklinikum und Rhein-Mosel-Fachklinik

MAYEN/REGION Diese Kooperation kann Leben retten: Bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten machen das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein mit seinen Standorten Koblenz, Mayen, Boppard und Nastätten und die Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) in Andernach jetzt gemeinsame Sache (die RZ berichtete). Am 1. Juli soll das Netzwerk offiziell die Arbeit aufnehmen.

Von diesem Tag an ist es an allen Standorten möglich, bei einem Verdacht auf Schlaganfall eine Diagnose zu stellen. Für einen Schlaganfall kann eine Blutung im Gehirn oder ein Durchblutungsausfall verantwortlich sein. Von der Ursache hängt die weitere Behandlung ab. Bislang müssen die Patienten zur Untersuchung noch nach Andernach oder Koblenz gebracht werden – was lebenswichtige Zeit kosten kann. Bei einem Schlaganfall kommt es darauf an, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Mediziner fassen das in der Formel „Zeit ist Gehirn“ treffend zusammen.

Durch die Kooperation von Gemeinschaftsklinikum und RMF ergibt sich „insbesondere in der Fläche eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur der Schlaganfallversorgung“, sagt Werner Schmitt, Kaufmännischer Direktor der RMF. Und Professor Stephan Felber, Chefarzt am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, rechnet vor: „Wenn das Team steht und die Standorte ausgerüstet sind, bedeutet das eine Zeitersparnis von ein bis zwei Stunden.“

In Zukunft werden die betroffenen Patienten zur Untersuchung in das am nächsten gelegene Krankenhaus gebracht – also auch nach Mayen, Boppard oder Nastätten. Das Gemeinschaftsklinikum rüstet seine Standorte derzeit mit der erforderlichen Technik aus. Sie ermöglicht zum Beispiel eine Videokonferenz zwischen zwei Standorten des Netzwerks. Ein Patient in Mayen kann dann von einem Fachmann der RMF in Andernach eingehend untersucht werden. An der RMF wird eine zusätzliche Oberarztstelle eingerichtet, um eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft zu ermöglichen. Über spezielle Datentunnel, die derzeit noch angelegt werden, können zudem Aufnahmen des Computertomografen (CT) überspielt werden, die für die Untersuchung wichtig sind.

Nach der Diagnose wird auch die Erstbehandlung des Patienten im aufnehmenden Krankenhaus vorgenommen. Sollte sich bei der Untersuchung herausstellen, dass ein Gefäßverschluss im Gehirn, der nicht mit Medikamenten behandelt werden kann, den Schlaganfall ausgelöst hat, muss operiert werden. Auch das ist künftig an allen Standorten möglich. Anders als bislang, muss der Patient nicht mehr zum Arzt gebracht werden. Stattdessen kommt der Arzt zum Patienten. Das bedeutet eine weitere Zeitersparnis, da der Patient schon vorbereitet werden kann, wenn der Mediziner noch unterwegs ist. „Eine Stunde“, verdeutlicht Felber, „kann über ein halbes Gehirn entscheiden.“ Erst für die weitere Behandlung wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt, etwa auf die „Stroke Unit“ (Schlaganfall-Station) an der RMF, auf der jährlich rund 800 Patienten behandelt werden.

„Bei unserer Kooperation geht es darum, bei der Erstbehandlung Zeit zu sparen“, verdeutlicht Georg Schmitz, Prokurist des Gemeinschaftsklinikums. „Wir können und wollen an den Standorten nicht die Weiterbehandlung abbilden.“

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat die Kooperation abgesegnet. Sie ergänzt das Landesmodell zur Schlaganfallversorgung, das kürzlich in Ludwigshafen gestartet wurde, an dem sich das Gemeinschaftsklinikum jedoch nicht beteiligt. „Das erschien uns zu weit weg“, erklärt Schmitz. „Wir wollten selbst etwas auf die Beine stellen.“ Dass das gelungen ist, darauf sind Beteiligten stolz. „Unsere Kooperation“, betont Schmitz, „ist von enormer Bedeutung für die Bevölkerung im gesamten Einzugsgebiet des Gemeinschaftsklinikums.“

Rhein-Zeitung 7. Mai 2016

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