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Telemedizin als Chance für ländlichen Raum

04.06.2016, Gesundheit Kreisverwaltung lud zu Diskussion in die Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

KREIS MYK. Noch steht die Telemedizin am Anfang, doch die Zukunft hat begonnen: Daten werden digital übertragen, Stürze erkannt und Personen geortet. Erprobt werden technische Systeme bis hin zu pflegenden Robotern. Welche Bedeutung haben die neuen Technologien für alte Menschen? Wie ist mit digitalen Lösungen die medizinische Versorgung zu verbessern? Über diese Fragen wurde nun auf Einladung der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz in der Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) diskutiert.

Im Kreis ist die Telemedizin durchaus schon angekommen. Landrat Alexander Saftig verwies auf das gemeinsame Netzwerk zur Schlaganfallversorgung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein und der Rhein-Mosel-Fachklinik. Angesichts der Schwierigkeiten, insbesondere die hausärztliche Versorgung künftig flächendeckend sicherstellen zu können, will der Kreis „offen sein für Alternativen und notwendige Ergänzungen zur Sicherstellung medizinisch-pflegerischer Versorgung“, sagte der Landrat.

Dass Telemedizin tatsächlich Möglichkeiten und Chancen gerade für den ländlichen Raum bietet, machte Manfred Hülsken-Giesler deutlich. Der Professor für gemeindenahe Pflege an der PTHV erläuterte das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen. Mit dem sogenannten E-Health-Gesetz soll bis 2018 bundesweit eine digitale Infrastruktur, an der Arztpraxen und Krankenhäuser beteiligt sind, entstehen. „Bereits heute werden Stamm- und Notfalldaten sowie die Medikation von Haus- und Fachärzten an Kliniken übermittelt. Allerdings ist die Pflege noch nicht angeschlossen“, berichtete der Professor.

Wolfgang Schlags hat seine Apotheken in Mayen und der Region mit Ärzten und Pflegeheimen vernetzt und stellt die Medikation für rund 500 Bewohner. Zugleich können im Onlineshop erworbene Produkte mittels eigener Botendienste sehr schnell zugestellt werden. „Was noch fehlt, ist eine zentrale Datenablage, auf die alle Beteiligten Zugriff haben“, sagte der Apotheker. Genau eine derartige Vernetzung aller Sektoren im Gesundheitsbereich ermöglichen Thomas Simon und Admir Kulin, die für die CompuGroup Medical AG und Vistaphone tätig sind. Die Unternehmen stellen Software her, die ein modernes Datenmanagement erlauben. Nicht nur Ärzte, Kliniken und Pflegedienste, auch Angehörige können dabei die Daten einsehen. Für den Kreis MYK sehen beide gute Chancen, die medizinischen Fachkreise mit innovativen Versorgungsmodellen zu entlasten.

Doch nicht nur Datenübertragung und Vernetzung spielen in der Telemedizin eine Rolle. Auch technische, altersgerechte Assistenzsysteme, die einen längeren Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen, sind wichtiger Bestandteil. Manfred Hülsken-Giesler stellte Systeme vor, die über Lichtsignale beispielsweise daran erinnern, genug zu trinken, Sensorenmatten, die Stürze melden, aber auch Serviceroboter.

In der Diskussion machte eine niedergelassene Ärztin aus dem Kreis klar: „Ich sehe die Telemedizin positiv, weil sie entlastet“ und nannte als Beispiel, dass sie mittels E-Mail geschickter Bilder aus dem Altenheim Instruktionen erteilen könne.

Rhein-Zeitung, 4. Juni 2016

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