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Netzwerk Depression wird aufgebaut

20.03.2010, Große Fachtagung in der Andernacher Rhein-Mosel-Fachklinik: vier Kliniken machen den Anfang und gründen ein Bündnis

Schon bei kleinen Kindern werden Depressionen beobachtet, im Alter nehmen sie aufgrund der häufigen Vereinsamung von Senioren sogar extrem zu. "Depression kann jeden treffen", das ist eine der Kernbotschaften, die Ines Heinz vom Deutschen Bündnis gegen Depression am Mittwochabend bei einer Fachtagung nannte. Und sie ist nicht immer leicht zu fassen, das ist die zweite Kernaussage: Depression hat viele Gesichter. Aber es gibt auch den mutmachenden Satz: "Depressionen sind behandelbar."

In unserer Region wird es bald ein Bündnis gegen Depression geben: die Rhein Mosel Fachklinik in Andernach, die Klinik der Barmherzigen Brüder in Saffig, das Marienhaus-Klinikum St. Antonius Waldbreitbach und die Dr.-von-Ehrenwall`sche klinik in Ahrweiler sind die ersten, die eine regionales Netzwerk anstreben werden. Den inoffiziellen Startschuss gab es bei einer Tagung in der Rhein Mosel Fachklinik in Andernach.

Ines Heinz vom Deutschen Bündnis gegen Depression berichtete von bisher 60 regionalen Bündnissen in Deutschland, die sich nach dem Modell des Nürnberger Bündnisses gegründet haben. Dort hatte es in den Jahren 2001 und 2002 ein Pilotprojekt gegeben, das beeindruckende Ergebnisse zeigte: die Zahl der Suizidversuche und Suizide gingen jeweils um ein Viertel zurück. Denn Depression ist mit 40-70 % die Hauptursache für Suizide, sagen Fachleute. Die Grundlagen des Bündnisses gegen Depression sind folgende vier Säulen:

Fortbildungen für Hausärzte, um die Diagnosen zu erleichtern. Denn nach wie vor ist der Hausarzt oft der erste Ansprechpartner - und nach wie vor werden Depressionen nicht immer erkannt, geschweige denn adäquat behandelt.

Öffentlichkeitsarbeit: Mit Plakaten in Bussen, Faltblättern, mit Vorträgen und einer Homepage setzt das Bündnis auf breite Aufklärung der Bevölkerung zum Thema Depressionen. Denn noch immer sind Sätze wie "stell dich nicht so an" üblich und für Betroffene oder Angehörige wenig hilfreich.

Schulungen und Zusammenarbeit mit Multiplikatoren spielen bei dem Projekt ebenfalls eine große Rolle. So werden Lehrer, Altenpfleger und Mitarbeiter von Beratungsstellen geschult, Polizisten in Rollenspielen auf den Umgang mit Suizidgefährdeten vorbereitet.

Konkrete Angebote für Betroffene gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog des Deutschen Bündnisses gegen Depression: so findet man dort beispielsweise mit rund 10.000 aktiven Nutzern das größte deutschsprachige Online-Forum.

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen und die Landeszentrale für Gesundheitsförderung unterstützen den Aufbau von regionalen Bündnissen. In unserer Region haben sich die Stadt Koblenz und die Kreise Mayen-Koblenz, Neuwied und Bad Neuenahr-Ahrweiler zusammengeschlossen, um eine regionales Bündnis zu planen.

Rhein-Zeitung, 20. März 2010

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