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Einweihung der Villa Kunterbunt

13.10.2010, Integrative Tagesstätte an der Rhein Mosel Fachklinik Andernach in neuem Haus

"Sie ist etwas ganz Besonderes, das es in dieser Form bundesweit relativ selten gibt", ist Wolfgang Krause, Landesgeschäftsführer von "Der Paritätischen", Träger der Kindertagesstätte auf dem Klinikgelände sicher. Die integrative Kindertagesstätte konnte jetzt offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden. Sinn der Villa Kunterbunt des HTZ (Heiltherapeutisches Zentrum GmbH) ist, dass beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder gemeinsam ihren Tag verbringen, gemeinsam spielen und lernen. Dazu werden 138 Kinder mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen in 10 Gruppen betreut: in den integrativen Gruppen werden jeweils 10 Kinder ohne und fünf Kinder mit Behinderung, in der heilpädagogischen Gruppe werden acht Kinder mit Behinderung betreut und gefördert, in der "Mäusegruppe" werden Kleinkinder ab dem Alter von 12 Monaten bis drei Jahren betreut. Das setzt ein interdisziplinäres Team voraus, das für die Betreuung der Kinder zuständig ist. So kommt man auf eine beachtliche Mitarbeiterzahl, zusammengesetzt aus den verschiedensten Berufsgruppen. Einer der Ursprungsgedanken im Gründungsjahr 1993 sei gewesen, so Krause, Alleinerziehenden zu ermöglichen, dem Beruf nachzugehen. Gleichzeitig sollte die Teilhabe behinderter Kinder in Regeleinrichtungen ermöglicht werden - das, wovon heute vermehrt gesprochen wird, wurde seinerzeit in Andernach bereits vorweggenommen. Mit der Vergrößerung im neuen Gebäude mit großem Außengelände wurde ein Spielraum geschaffen, der seinesgleichen sucht.

Jedes der Kinder ein Original
Christoph Habermann, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, rechnete vor, dass von den 138 Plätzen 33 für beeinträchtigte Kinder reserviert sind. Der Rest sind so genannte Regelplätze. Insgesamt habe im Land in den letzten Jahren die Zahl der integrativen Angebote stark zugenommen. Heute wisse man schließlich: "die Vorteile gemeinsamer Betreuung liegen auf der Hand." Und er sei "froh, dass es gelungen ist, ein breites Bewusstsein dafür zu schaffen", so der Staatssekretär. Die Kinder lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und das andere anders sein können, machen also früh die "Erfahrung von Verschiedenheit", sagte Habermann. Schließlich sei "jedes der Kinder ein Original." Dass die Kita jetzt mitten auf dem Klinikgelände untergebracht sei, trage nebenher auch dazu bei, dass das Gelände "nicht mehr als abgeschlossener Raum" empfunden werde, "sondern sich mehr in die Stadt integriert."

Oberbürgermeister Achim Hütten ob das Dreiecksverhältnis hervor, dass durch die Einrichtung entstand: HTZ, Rhein Mosel Fachklinik Andernach und die Stadt Andernach - alle drei sind mitverantwortlich für die Unterhaltung der Kita. In Andernach, so Hütten, verspüre man eine gewachsene hohe Akzeptanz bei Eltern und Bevölkerung, was die Kindertagesstätte auf dem Klinikgelände angehe.

Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR), freute sich über den druckfrischen Bewilligungsbescheid, den der Staatssekretär mitbrachte. Damit ist die Kostenbeteiligung des Landes mit 293.000 Euro sichergestellt (durch vorzeitigen Baubeginn kam dieser Bescheid erst nach Fertigstellung der Maßnahme). Von den insgesamt zwei Millionen Euro Projektkosten übernimmt die Klinik 1,5 Millionen Euro. Den Rest teilen sich das Land Rheinland-Pfalz in den genannter Höhe und die Stadt Andernach. "Dieses Projekt liegt uns am Herzen." Als Arbeitgeber und als Klinik sei die Umsetzung ein ganz großes Anliegen", das Geld für den Umbau "sehr gut angelegt". Gaß unterstrich die Wichtigkeit familienfreundlicher Angebote, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben (für Mitarbeiter der Klinik sind 15 Plätze in der Kita reserviert) und das Angebot in der Stadt aufrechtzuerhalten.

Heidrun Walburg, erste Vorsitzende des Vereins für körper- und mehrfach behinderte Menschen Neuwied / Andernach, betonte das deutlich vergrößerte Raumangebot. "Kinder benötigen Raum" und auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf ist "viel Raum gegeben." Sonja Hees, Leiterin der Villa Kunterbunt, der vom Architekten symbolisch der Schlüssel überreicht wurde, erzählte, man sei nun seit sieben Wochen im neuen Haus, "ein großes Haus." Und noch immer würden gemeinsam mit den Kindern neue Ecken erkundet. HTZ-Geschäftsführer Wilbert Peifer  sagte voller Euphorie, die Villa Kunterbunt als Haus für Kinder "mit beispielhafter, großzügiger Raumplanung und großem Außengelände" und mit guten Mitarbeitern tauge neben dem Geysir zur neuen Attraktion der Stadt.

Andernacher Stadtzeitung, 13. Oktober 2010

 

 

Symbolische Schlüsselübergabe für die Villa Kunterbunt im Rahmen der Einweihungsfeier am 8. Oktober.
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