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Depression: neues Bündnis zeigt Wege aus der Krankheit auf

08.10.2010, Experten informieren über Therapiemaßnahmen in der Kreisverwaltung

"Es ist als ob die Seele unwohl wäre", beschrieb Erich Kästner die Krankheit. Der Schriftsteller oder der Maler Vincent van Gogh sind zwei Prominente, die unter Depressionen litten. In Deutschland sind mehr als 5 Millionen Menschen erkrankt, 2020 wird die Depression in der westlichen Welt wohl die am häufigsten diagnostizierte Krankheit sein. Die Gründe sind vielfältig, etwa Leistungsdruck in Schule und Beruf oder das Gefühl, nutzlos zu sein. Mannigfach die Symptome, zum Beispiel Ängste und das aufgeben sozialer Kontakte.

Gute Heilungschancen
Doch es gibt gute Heilungschancen, wenn die Krankheit behandelt wird. Dies war eine wichtige Botschaft für die rund 80 Teilnehmer der Veranstaltung "Wege aus der Depression", zu denen das "Bündnis gegen Depression Rhein-Ahr-Wied" in die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz eingeladen hatte. Dem Bündnis gehören die leitenden Ärzte Dr. Stefan Elsner (Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach), Dr. Bernd Balzer (Fachklinik für Psychiatrie der Barmherzigen Brüder Saffig), Dr. Christph Smolenski (Dr. von Ehrenwall`sche Klinik Ahrweiler), Prof. Dr. Jörg Degenhardt (Marienkrankenhaus Klinikum St. Antonius Waldbreitbach) sowie die Psychiatriekoordinatoren der Kreise an. Für die Stadt Koblenz und den Kreis Mayen-Koblenz ist dies Andrea Bayer.

Der Anstoß für ein Bündnis, So Dr. Elsner, kam von Prof. Dr. Ulrich Hegerl, der heute in Leipzig lehrt. Bei einem Forschungsprojekt in Nürnberg, das aus einer Aufklärungskampagne, Fortbildung und für Hausärzte und speziellen Angeboten für Betroffene bestand, erkannte Hegerl, dass die Zahl der Suizide deutlich zurückging. Das Projekt verlief so überzeugend, dass sich Bündnisse auf regionale Ebenen bildeten.

Multiplikatoren einbinden
Wichtig, so Dr. Balzer, der wie der Diplom-Psychologe Andreas Gilcher über Therapiemaßnahmen referierte, sei die Information. Damit die Betroffenen den Mut finden, sich behandeln zu lassen. Das Bündnis will im Multiplikatoren wie Lehrer, Seelsorger oder die Polizei einbinden. In Firmen sollte nach dem Beispiel der Suchtprävention Depressionsvorsorge betrieben werden. Kontaktstellen sind neben den Kliniken und Behörden etwa die Selbsthilfegruppe "Wolkenschieber" oder das Koblenzer Regionalzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung. Dass bei den 55 Koblenzer Fachärzten die kürzeste Wartezeit drei Monate beträgt, zeigt, wie groß der Andrang ist.

Rhein-Zeitung, 8. Oktober 2010

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