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Kranzniederlegung am Mahnmal

02.02.2011, Rhein Mosel Fachklinik Andernach und Stadtspitze gedachten der Opfer des Nationalsozialismus

Am Tag zum Gedenken an die Opfer des Holocaust hatte die Rhein Mosel Fachklinik wie in jedem Jahr zu einem Gedenkgottesdienst in die hauseigene Kapelle und einer anschließenden Kranzniederlegung an das Mahnmal in der Innenstadt geladen. Oberbürgermeister Achim Hütten erinnerte an die Freiheit, die wir in Deutschland seit Kriegsende genießen können und die gleichzeitige Verantwortung, an die Zeiten zu erinnern, als Deutschland nicht frei war, als zahllose Menschen dem zum Opfer fielen.

Der ärztliche Direktor Dr. Stefan Elsner hatte zuvor während der Messe eine Rede gehalten. Während der Aktion T 4, während des systematischen Krankenmordes in den Jahren 1940/41 habe die Andernacher Heil und Pflegeanstalt "eine bedrückende Rolle als Zwischenanstalt gespielt". Kranke Menschen wurden hier gesammelt und schließlich in die Tötungsanstalt.Hadamar weiter transportiert. Doch als Hitler sich gezwungen sah, die Aktion im August 1941 zu beenden, "war das Modem keineswegs beendet", so Elsner. Was sich bis 1945 anschloss, werde vielfach als "Wilde Euthanasie" bezeichnet - dezentrales Töten in verschiedenen Anstalten durch Medikamente oder schlicht Verhungern. Aber auch immer noch wurden Kranke abtransportiert, vornehmlich in den Osten. Der Historiker Günter Haffke entdeckte in einem Rapportbuch Namen von 50 Männern, die 1944 noch nach Meseritz transportiert wurden. Elsner: "Die Heil- und  Pflegeanstalt Andernach war also abermals zur Zwischenanstalt geworden." Was schließlich mit diesen Menschen geschah, geht aus Berichten hervor: Sie wurden umgebracht, wenn ihre Arbeitskraft nicht zuvor noch ausgebeutet wurde.

Wie sehr sich die Zeiten seither veränderten, verdeutlicht eine Konferenz im vergangenen Jahr, an der auch Dr. Elstner teilnahm. Im Rahmen der ersten deutsch-polnischen Tagung dieser Art sprach der ärztliche Direktor über die Rolle der Andernach Klinik während der Nazidiktatur. "Es musste einige Zeit vergehen, bis solch eine Tagung möglich wurde. Polen und Deutschen fällt es inzwischen leichter, sich gemeinsam kritischen Phasen ihrer Geschichte zu stellen, ohne sich durch gegenseitige Ressentiments bremsen zu lassen, die von jahrhundertealten Belastungen zwischen den beiden Völkern herrührten."

Blick Aktuell, 2. Februar 2011

 

Der Ärztliche Direktor Dr. Stefan Elsner und Pflegedirektorin Rita Lorse legen gemeinsam mit Vertretern der Stadt Andernach und des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz Kränze am 'Euthanasie'-Mahnmal nieder.
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