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Neueröffnete geschützte Stationen geben mehr Lebensqualität und neues Lebensgefühl

12.06.2012, Neues Konzept wurde im Rahmen einer Feierstunde vorgestellt

Zwei Stationen im Haus des Klinischen Zentrums der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, PZ 1 und PZ 2, wurden neu eröffnet. "Eröffnung" ist hierbei so zu verstehen, dass zwei bisher geschlossene gerontopsychiatrische Stationen, auf denen unter anderem demenzkranke Patienten behandelt werden, nun offene Stationen werden. Beide Stationen haben ein neues, gemeinsames Foyer, das dank vier riesiger Deckenrundleuchten lichtdurchflutet und wohnlich ist. Hinter dem Tresen lädt eine gemütliche, bequeme Sitzecke zum plaudern, entspannen, stricken ein, ein kleiner Nebenraum dient als Spielzimmer für Brett- und Kartenspiele.

Dr. Andreas Korn, Chefarzt der Gerontosychiatrie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, stellte die neuen Stationen in einer Feierstunde vor. Der Eintrittsbereich ist die Visitenkarte, bewirkt den ersten Eindruck, und so erhielten die wunderschön neu gestalteten Stationen anstelle eines dunklen, geschlossenen Eingangsbereiches ein gemeinsames, hell erleuchtetes Entree. Anstatt die Türen geschlossen zu halten, werden bei geöffneten Türen Mitarbeiter darauf achten, dass räumlich desorientierte Patienten die Stationen nicht verlassen. Offene Stationen bringen so auch ein großes Stück Lebensqualität für die demenzkranken Patienten und stellen damit eine verbesserte Behandlungsqualität dar.

"Viele der Patienten sind schwerkrank und benötigen keine geschlossene Eingangstür", so Dr. Andreas Korn. Ein Konzept wurde entwickelt, aus dem vormaligen geschlossenen Stationen "geschützte", quasi "halb offene" zu gestalten. Der neue gemeinsame Zugang ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung zu Lebensqualität vermittelnder Unterbringung und Therapie. "Es ist wichtig", so Dr. Korn, "die Wahrnehmung der schwer Kranken und deren Lebensqualität entscheidend zu heben, sie zu entängstigen, als Teil des therapeutischen Prozesses. So ist diese Eröffnung ein Teil einer langen Entwicklung von der Peripherie ins Zentrum therapeutischer Bemühungen."

Gabriele Daum, Pflege- und Demenzberaterin in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, hatte das Konzept entscheidend mit gestaltet. Sie sieht darin nicht nur eine Entlastung der Kollegen, sie konnte auch in den vergangenen fünf Wochen bei tagsüber offenen Türen feststellen, dass Patienten gerne nach vorne kommen, im neuen Entree verweilen. Eine ständig dort anwesenden Fachkraft begrüßt sie, man unterhält sich über Themen aus der Zeitung, bei einer Tasse Kaffee, Bücher zum Beispiel mit Fotos früheren Dorflebens wecken alte Erinnerungen. Die Fachkraft nimmt sich ebenfalls der Angehörigen und deren Fragen an.

Die Rückkopplung seitens der Kollegen, so Gaby Daum, ist positiv und auf gutem Wege, die Patienten fühlen sich heimisch, zuhause. Mit dem Zitat "die beste Medizin gegen Alzheimer ist die menschliche Nähe", schloss sie ihre Ansprache. Pflegedirektorin Rita Lorse sieht einen ganz besonderen Effekt in der großen, emotionellen Entlastung durch liebevolle, zuwendungsfähige Mitarbeiter.

In dem hellen und freundlichen Eingangsbereich wirken andere Impulse auf die Patienten, dank denen sie eher zu verweisenden bestrebt sind als wegzugehen. Den Architekten der schön gestalteten Räumlichkeiten Dipl. Ing. Tom Naujack sowie seiner Frau Dipl. Ing. Sabine Naujack galt ein ganz besonderer Dank. Beide waren sichtlich erfreut über den interessanten Auftrag und dessen gelungene Umsetzung seitens der Einrichtungsfirmen. Ein kleiner Imbiss schloss die Feier ab.

Andernach Aktuell, 12. Juni 2012

Feierstunde im neu gestalteten Eingangsbereich der beiden Stationen im Klinischen Zentrum.
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