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Bürgerarbeiter schaffen den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit

31.07.2012, Jobcenter MYK konnte knapp 300 Menschen mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverträgen versorgen

Es zeigt sich, dass Bürgerarbeit ein sinnvolles Instrument ist, um langzeitarbeitslosen Menschen eine Rückkehr zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, sagt Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters Mayen-Koblenz, zufrieden. Das lässt sich anhand positiver Beispiele im Landkreis belegen. So wurde beispielsweise zum 1. Juli ein ehemaliger Bürgerarbeiter in der Apotheke der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach eingestellt. Wäre dieser nicht während der Ausschreibung der Stelle gerade als „Klinik-Scout“ in der Andernacher Klinik beschäftigt gewesen, wäre es für ihn schwer geworden, da er nach seiner Ausbildung zum pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten vor rund zwölf Jahren nicht mehr in dem Beruf gearbeitet hat. Doch so wussten die Verantwortlichen der Klinik, dass er seiner Arbeit gewissenhaft und zuverlässig nachgeht und gaben ihm die Chance, sich wieder in seinem erlernten Beruf zu bewähren.

Über 11 Millionen zusätzliche Fördergelder in MYK
Die Teilnahme der Jobcenter am bundesweiten Projekt der Bürgerarbeit war freiwillig. Geschäftsführer Rolf Koch wusste jedoch, dass es eine große Chance für Langzeitarbeitslose in Mayen-Koblenz bedeuten kann. „MYKnetz“, die Netzwerkstelle des Jobcenters MYK, wurde von Marianne Morgenschweis, der zuständigen Führungskraft, mit der Umsetzung des Projektes beauftragt. Dort achtete man darauf, dass Träger aus dem Netzwerk eingebunden wurden, um sinnvolle Tätigkeiten für die Menschen zu entwickeln, die entsprechend der Vorgabe des Bundesministeriums für Arbeit keine regulären Jobs verdrängen dürfen.

Rolf Koch fasst zusammen, dass durch die Teilnahme die Möglichkeit erreicht wurde, 294 Menschen im Landkreis Mayen-Koblenz mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag zu versorgen – die Bürgerarbeiter mussten sich wie alle Mitarbeiter bei den Unternehmen bewerben und wurden dort angestellt. „Durch die Teilnahme am Projekt wurden mehr als elf Millionen Euro an zusätzlichen Fördermitteln für den Landkreis akquiriert“, so Rolf Koch.

Langzeitarbeitslose nutzen ihre Chance
Die heutigen Bürgerarbeiter wurden intensiv auf das Projekt vorbereitet. Zusätzlich werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei Bedarf von „Coaches“ des Jobcenters betreut. Werner Schmitt, Verwaltungsdirektor der Rhein-Mosel-Fachklinik, interessierte sich von Beginn an für die Idee. „Insbesondere die Möglichkeit, bisher schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen über einen längeren Zeitraum die Chance einzuräumen, einer regulären Arbeit nachzugehen und reguläres Gehalt zu bekommen, fand ich reizvoll“, sagt er. Nach einem Treffen mit Jobcenter-Geschäftsführer Koch war die Zusammenarbeit beschlossen. Die Netzwerkstelle entwickelte gemeinsam mit der Klinik die Stellen für die Bürgerarbeiter: „Klinik-Scouts“, die Arbeiten übernehmen, für die in der Hektik des Alltags für die Angestellten zu wenig Zeit bleibt. Das erste Resümee nach einem halben Jahr fiel überaus positiv aus. Karlheinz Saage, Direktor des Heimbereichs der Klinik, berichtet von sehr motivierten Bürgerarbeitern. Hier zeigt sich, ergänzt Rolf Koch, dass die Bürgerarbeiter ihre ganz besondere Chance begriffen haben, einen Ausweg aus der Langzeitarbeitslosigkeit zu finden.

Marc Vivequin, der neue Mitarbeiter der Klinik-Apotheke, ist nicht der einzige, für den sich das Projekt Bürgerarbeit lohnte: Im Herbst beginnt eine Bürgerarbeiterin eine Lehre in der Rhein-Mosel-Fachklinik. Rolf Koch: „Anhand solch positiver Beispiele beweist sich, dass Bürgerarbeit Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit finanziert.“

Andernach Aktuell, 31. Juli 2012

Freuen sich über den Erfolg des Projekts „Bürgerarbeit“ im Kreis Mayen-Koblenz: (v.l.) Rolf Koch (Geschäftsführer Jobcenter Mayen-Koblenz), Marc Vivequin (neuer Mitarbeiter der Apotheke der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach), Dr. Sanjiv Sarin (Leitender Apotheker Landeskrankenhaus (AöR)), Werner Schmitt (Verwaltungsdirektor Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach).
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