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Die eigenen vier Wände braucht jeder Mensch

16.07.2016, Inklusion Wohnraum für Gehandicapte ist knapp

COCHEM-ZELL Von einer eigenen Wohnung, in der sie ihr Leben selbst gestalten können, träumen viele Menschen mit Behinderung. Dass dies kein Traum bleiben muss, sondern durchaus gelebt werden kann, beweisen einige gute Beispiele im Kreis Cochem-Zell. Ambulante Dienste begleiten diese Menschen in den Alltagssituationen, die sie nicht allein bewältigen können. Was jedoch fehlt, damit Inklusion mit Leben gefüllt werden kann, ist geeigneter Wohnraum.

Eines der Ziele der regionalen Teilhabeplanung im Kreis Cochem-Zell ist es, gehandicapten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Daher geht der Steuerungskreis, in dem sich alle regionalen Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Kreisverwaltung zusammengeschlossen haben, nun in die Offensive, um mögliche Vermieter und zukünftige Mieter zusammenzubringen. Dazu wurde ein Fragebogen erstellt, der auf der Internetseite der Kreisverwaltung unter www. cochem-zell.de/teilhabeplanung unter der Rubrik „Wohnen“ abgerufen werden kann.

Die Ansprechpartnerin bei der Kreisverwaltung, Ellen Weinem, erklärt: „Der Fragebogen dient dazu, die Daten von Wohnungseigentümern und Menschen, die ambulant betreut wohnen möchten, zu sammeln.“ Der Fragebogen kann sowohl von Menschen mit Behinderung, die eine Wohnung suchen, als auch von Vermietern, die bereit sind, an diese Menschen zu vermieten, genutzt werden.

Abgefragt werden persönliche Daten der Mieter und Angaben zur Wohnung, etwa Adresse, Größe und Anzahl der Räume, ob eine Küche vorhanden ist, Mietkosten und Kaution und natürlich Auskünfte zur Barrierefreiheit. Erfragt werden auch persönliche Wünsche.

Der Hintergrund der Aktion des Steuerungskreises der Teilhabeplanung ist auch die gesetzliche Forderung „ambulant vor stationar“, erläutert Karlheinz Saage, Direktor Heime Rhein-Mosel-Fachklinik: „Das wird seit Jahren umgesetzt, doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden.“ Es bestehen nach wie vor Hemmschwellen in den Köpfen mancher Vermieter, die Vorbehalte gegenüber den Betroffenen haben. Aber auch ganz reale Sachverhalte erschweren die Wohnungssuche, etwa mangelnde Barrierefreiheit oder zu wenige bezahlbare Wohnungen für Sozialhilfeempfänger.

Wohnungseigentümer, die an beeinträchtigte Menschen vermieten, haben bei möglichen Problemen immer einen Ansprechpartner, betont Dagmar Neises, Gesundheitsamt: „Das gibt ihnen eine Sicherheit.“ Der Fragebogen, der auch über die ambulanten Dienste weitergegeben wird, soll Vermieter ermutigen, die Vermietung an Menschen mit Behinderung in Betracht zu ziehen, hofft Kreisdezernentin Anja Toenneßen. Sie versichert: „Die Daten des Fragebogens werden nicht veröffentlicht, sondern ausschließlich an Wohnungssuchende, die ambulanten Dienste und Vermieter weitergegeben.“

Rhein-Zeitung, 16. Juli 2016

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