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30 Flüchtlinge machen ein Praktikum in der RMF

02.10.2015, Arbeitsmarkt Jobcenter und Klinik starten Projekt „Zukunft in Pflege“ – Land zahlt Großteil der Kosten

ANDERNACH In der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) in Andernach startet heute ein Flüchtlingsprojekt. 15 Flüchtlinge werden nach einem vierwöchigen Intensivsprachkurs ein gut fünfmonatiges Praktikum absolvieren. Nach einem Durchlauf werden noch einmal 15 starten, erklärt Karlheinz Saage, Direktor Heime der RMF.

Die Initiative für das gemeinsame Projekt "Zukunft in Pflege" vom Jobcenter und der Klinik ist vom Jobcenter ausgegangen, sagt Saage. Ziel des Projekts ist, so Martin Gasteyer vom Kreis Mayen-Koblenz, Flüchtlinge aus dem SGB-II-Bezug in einen Pflegeberuf zu vermitteln. Das kommt auch der RMF entgegen, die an einer langfristig stabilen Gewinnung von Fachkräften im Bereich der Pflege und der Medizin interessiert ist. Sie hat dafür bereits die Anzahl der Schüler an der Krankenpflegeschule verdoppelt. "Als großer Arbeitgeber sehen wir aber auch unsere soziale Verantwortung für die Region", sagt der Direktor Heime.

Zu der zweitätigen Infoveranstaltung in der Klinik seien knapp 25 Flüchtlinge eingeladen, aus denen dann die 15 Teilnehmer ausgewählt würden. Das sei eine Zahl, die in der RMF gut betreut werden könne. Saage geht davon aus, dass der Sprachkurs direkt im Anschluss startet. Währenddessen will die Klinik noch Einzelgespräche mit den Teilnehmern führen, um zu klären, wo sie jeweils am besten eingesetzt werden.

"Die Einsatzorte werden sowohl im Bereich der klinischen Behandlung als auch im Heimbereich sein", erzählt er. Die Verteilung hänge auch von den Interessen und Qualifikationen der Flüchtlinge ab. Am Anfang sollen sie vor allem unterstützende Tätigkeiten übernehmen, also zum Beispiel bei der Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten mitarbeiten oder beim Bettenmachen.

"Wenn möglich, ist es natürlich auch Ziel, unsere hauptamtlichen Mitarbeiter am Patienten beziehungsweise Bewohner zu unterstützen und auch das eine oder andere selbstständig zu übernehmen", erklärt Saage. Ob das wirklich so klappt, wird entscheidend auch von den Sprachkenntnissen der Flüchtlinge abhängen. Denn die Kommunikation zwischen Pflegeperson und Patient oder Heimbewohner ist "quasi unser wichtigstes Werkzeug", so der Direktor. Es gibt aber einen Plan B. Wenn sich herausstellt, dass die Pflege doch nichts für einen Teilnehmer ist, kann er gegebenenfalls in der Gärtnerei oder der Küche ein für ihn passendes Tätigkeitsumfeld finden, berichtete Saage.

Auf die Frage, ob erfolgreiche Praktikanten eine gute Übernahmechance in eine Ausbildung an der RMF haben, antwortet Saage, dass sie dann die gleichen Chancen wie jeder andere Bewerber hätten. "Mindestens werden alle konkret wissen, an welchen Punkten sie arbeiten müssen, wenn sie eine Ausbildung in der Pflege machen wollen, und ob sie überhaupt für dieses Berufsfeld geeignet sind", verspricht der Direktor. Hat ein Flüchtling bereits in der Heimat eine Ausbildung im Gesundheitsbereich abgeschlossen und ist diese hier anerkannt worden, könne dieser sich nach dem Praktikum natürlich auf freie Stellen im Haus bewerben.

Zwei Vollzeitmitarbeiterinnen des Jobcenters werden nach Angaben von Saage vor Ort ein Büro haben, um sich mit um die Betreuung der Flüchtlinge zu kümmern. Zudem ist das Jobcenter für die begleitende Evaluation zuständig. Denn das einjährige Projekt, das nach Angaben Gasteyers rund 210 000 Euro kostet, wird zu großen Teilen vom Land finanziert. Es sei das einzige dieser Art des hiesigen Jobcenters. "Wir prüfen, ob diese Form der Integrationsförderung tatsächlich Sinn ergibt, beziehungsweise was besser gemacht werden kann", erklärt RMF-Direktor Saage. Wenn es gut läuft, spreche nichts gegen eine Wiederholung oder eine Übertragung der Andernacher Erfahrungen auf andere Berufe.

Rhein-Zeitung, 2. Oktober 2015

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