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Andernach

Andernach gehört zu den ältesten Städten Deutschlands und blickt auf eine bewegte, mehr als 2000-jährige Geschichte zurück. Neben den vielen historischen Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise dem »Runder Turm« genannten Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, dem Mariendom oder dem »Alten Krahnen«, der 350 Jahre lang die begehrten Mühlsteine und weitere Erzeugnisse vulkanischen Gesteins auf Rheinschiffe verlud, empfängt den Besucher schon von weitem die beeindruckende mittelalterliche Stadtmauer.

Heute präsentiert sich Andernach als eine lebhafte Stadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten und vielfältigen gastronomischen Angeboten. Die bunt belebten Straßen und Fußgängerzonen sowie die gepflegten Parkanlagen, die zu den schönsten am Rhein zählen, laden zum Flanieren ein. Ebenso zum Reiz der Stadt gehören die tollen Feste und die herrliche Lage zwischen Rhein und Eifel, die viele Freizeitmöglichkeiten bietet.

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Geysir Andernach

Der Geysir Andernach ist ein Kaltwassergeysir auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach. Seit November 2008 ist der Geysir im Guiness Buch der Rekorde als der höchste Kaltwassergeysir der Welt eingetragen.

Im Frühjahr 2009 wurde in Andernach das Geysir-Erlebniszentrum neu eröffnet. Hier erfahren die Besucher alles über das Naturphänomen des Kaltwassergeysirs. Interaktive Exponate, Experimentierstationen und Medieninstallationen ermöglichen einen neuen und faszinierenden Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen.

Vom Erlebniszentrum aus gelangen die Gäste mit dem Schiff zum Namedyer Werth. Vom Wasser aus ergeben sich neue Blickwinkel auf die Umgebung Andernachs und das Naturschutzgebiet. Die Überfahrt mit einem Schiff der Geysir-Flotte dauert ca. eine Viertelstunde, bevor die Urgewalt der Natur mit allen Sinnen erlebt werden kann. Nach dem Erlebnis des Geysir-Sprungs bringt das Schiff alle Besucher zurück zum Ausgangspunkt in den Andernacher Rheinanlagen.

Sehenswürdigkeiten

Runder Turm
Aus jeglicher Richtung, schon von weitem zu sehen ist das Wahrzeichen der Stadt, der Runde Turm. Mit seiner Höhe von 56 Metern bis zur Turmspitze gehört er zu den gewaltigsten mittelalterlichen Wehrtürmen Deutschlands.

Historisches Rathaus
Nach der Vernichtung der Judengemeinde 1349 kam der Stadtrat in den Besitz des schon länger begehrten Geländes des jüdischen Ghettos an der Hochstraße, Ecke Kramgasse. Erstmals 1407 wird der Sitz des Rates an dieser Stelle in einem Dokument erwähnt. 1561 wird das Rathaus erneuert, mit einer ursprünglich zur Hochstrasse hin offenen Markthalle und dahinter liegendem Rats- und Gerichtssaal. Heute besteht die Möglichkeit, sich in dieser reizvollen historischen Kulisse trauen zu lassen. Während die Synagogen der ehemaligen jüdischen Gemeinde nicht mehr existieren, blieb das Anfang des 14. Jhs. als 12,80 Meter tiefe Schachtanlage erbaute doppelgeschossige Judenbad erhalten, eines der wenigen noch existenten Judenbäder dieser Art.

Rheintor
Durch dieses alte Tor, das früher Kornpforte genannt wurde, geht man auch heute noch vom Rheinufer aus in die Stadt. Das um 1200 erbaute Rheintor zeugt als eines der beiden erhaltenen Doppeltore von »moderner« mittelalterlicher Verteidigungsstrategie. Im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, blieb es 1820, als die nördliche Stadtmauer niedergelegt wurde, durch eine neue Umbaumaßnahme erhalten.

Burg Namedy
Burg Namedy ist eine Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert, die 1890 in eine Schlossanlage umgebaut wurde. Große, überregionale Anerkennung und Beliebtheit erfahren die auf Burg Namedy stattfindenden Kammermusik-Abende, Solistenabende, Lesungen, aber auch Jazz und andere musikalische Stilrichtungen sowie die Andernacher Musiktage mit namhaften Musikern der nationalen und internationalen Musikszene.

Stadtmauer
Die teilerhaltene mittelalterliche Stadtmauer gilt als eine der Sehenswürdigkeiten von Andernach. Noch heute sind sechs restaurierte Halbrundtürme – (Schulturm (nach der Schule in der Nähe), Kurtmanns Erker (Westseite), Dadenbergsturm (alte Andernacher Adelsfamilie), Helmwartsturm, Brüderturm (nach dem früher nahe gelegenen Minoritenkloster), Ottenturm (Südseite), Koblenzer Tor (Burgpforte) – als Teil der ursprünglich mittelalterlichen Wehranlage erhalten.

Historisches
  • Etwa im Jahr 12. v. Chr. beginnt der römische Feldherr Drusus seine militärische Großoffensive gegen das rechtsrheinische Germanien. Die Siedlung Antunnacum mit Rheinhafen wird ausgebaut.
  • Im 2 und 3. Jahrhundert n. Chr. wird nach dem Bau des Limes auf der rechten Rheinseite das Kastell aufgegeben. Die Zivilsiedlung Antunnacum wird ein wichtiger Hafen- und Handelsplatz.
  • Von 1440 bis 1442 erfolgt der Bau des »Runden Turmes«, heute das Wahrzeichen der Stadt.
  • 1794 wird die Stadt durch französische Revolutionstruppen eingenommen.
  • 1858 wird für die Eisenbahnstrecke Köln - Koblenz der Andernacher Bahnhof gebaut.
  • In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wächst die Stadt mit der Ansiedlung von Industriebetrieben über den mittelalterlichen Mauerring hinaus.
  • Am 27. Dezember 1944 und am 1. Januar 1945 treffen schwere Bombenangriffe der Alliierten die Stadt.
  • Im April 1970 wird der neue Rheinhafen seiner Bestimmung übergeben. Bis in die 80er Jahre wird die Altstadtsanierung ausgeführt mit der Gestaltung der Fußgängerzone und Neugestaltung des Marktplatzes
  • 1988 wird das historische Rathaus und der Stadtmauerring restauriert. Andernach feiert sein 2000-jähriges Bestehen.
Kultur

Stadtmuseum

Das Andernacher Stadtmuseum wurde 1936 als »Heimatmuseum« in dem Ende des 16. Jahrhunderts erbauten Haus von der Leyen eröffnet und stellt eines der schönsten Häuser der Stadt dar. Der ehemalige Stadtpalast des Oberamtmanns Georg von der Leyen ist ein hervorragendes Zeugnis für die aufwendige Architektur in der Spätrenaissance. Besonders der Portikus beeindruckt mit seinen vielfältigen Zitaten griechisch, römischer Bautradition.

Stadtführungen

In den Monaten Mai bis einschließlich September bietet die Tourist-Information Andernach.net Stadtführungen zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Jeder, der Interesse hat, kann an diesen Führungen ohne vorherige Anmeldung teilnehmen. Treffpunkt und damit auch Ausgangspunkt für diese Stadtführungen ist die Andernach.net in der Läufstraße 4, jeden Samstag um 10.30 Uhr.

»Frauenblicke«

Die Verdienste und Schicksale von Frauen in der Stadtgeschichte werden selten präsentiert - in der Geschichte stehen meist berühmte Männer im Vordergrund. Aus diesem Grund bietet Andernach.net in dieser Saison erstmals »Frauenblicke« in Andernach an. Bei dieser speziellen Themenstadtführung entdecken Gäste und auch Einheimische die Stadt von ihrer weiblichen Seite.

Die Stadtführerin Ellen Schüssler führt Gruppen unter anderem zur Hospitalkirche, zum Judenbad und dem Dom. Die Bedeutung von Frauen in der Geschichte, ihr Wirken im Mittelalter und ihr Leben in vergangenen Jahrhunderten spielen dabei eine Rolle.

Dabei sind natürlich auch Männer herzlich willkommen! Nähere Informationen sind bei der Andernach.net unter Tel. (0 26 32) 29 84 21 erhältlich.

»Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang«

Andernach erinnert an Charles Bukowski
Charles Bukowski wurde als Heinrich Karl Bukowski am 16. August 1920 in der Aktienstraße 12 in Andernach als Sohn von Henry Bukowski (amerikanischer Soldat) und Katharina Fett geboren. 1922 verließ die Familie Bukowski Andernach, lebte noch ein halbes Jahr in Koblenz, um dann 1923 per Liniendampfer in die USA umzusiedeln. Nach mehreren Wohnungswechseln bezogen sie 1926 ein Haus in Los Angeles/Kalifornien. Hier verbrachte Henry-Charles Bukowski seine Kindheit, machte 1939 seinen High-School-Abschluß und verließ anschließend sein Elternhaus.

1944 erfolgte die Veröffentlichung seiner ersten Kurzgeschichte. Ersten Erfolg in Deutschland hatte er Anfang der Siebziger Jahre mit dem Gedichtband »Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang«. Insgesamt hat Bukowski mehr als 45 Bücher veröffentlicht, die in mehr als 12 Sprachen übersetzt wurden.

Nach einer Leukämie-Erkrankung starb Charles Bukowski am 9. März 1994 in seinem Wohnort San Pedro an den Folgen einer Lungenentzündung. Interessierte finden das Geburtshaus von Charles Bukowski in der Aktienstraße 12 in Andernach. Eine Gedenktafel erinnert an den Künstler.

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