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Bestseller-Autorin nimmt Angst vor der Psychotherapie

29.03.2018, Lesung Hamburger Journalistin Heide Fuhljahn in RM-Fachklinik Andernach - „Handbuch für Laien“ präsentiert - Selbst psychisch erkrankt

Andernach Die Psychotherapie ist mit vielen unklaren Vorstellungen bei denen, die sie nicht kennen, verbunden. Das weiß Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF), nur zu gut. Deshalb freute es ihn umso mehr, dass die Hamburger Bestseller-Autorin Hei-de Fuhljahn ihr neues Buch in der RMF vorstellte, um die Unklarheiten zu beseitigen.

 

Fuhljahn ist selbst psychisch krank und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Nach ihrem sehr erfolgreichen ersten Buch („Kalt erwischt. Wie ich mit Depressionen lebe und was mir hilft“), stellte sie nun „Vom Wahn und Sinn - Behandler, Patienten und die Psychotherapie ihres Lebens“ vor. Sie befragte dafür Behandler und Behandelte. Auch Elsner stellte sich einem umfassenden Interview. Insgesamt lässt sie drei Patienten und acht anerkannte Experten reden.

 

Heide Fuhljahn litt auch an schwerer rezidivierender Depression, nimmt seit mehr als zehn Jahren Medikamente. Über sieben Jahren war sie meist in Kliniken. „Die Psychiatrie war mein Zuhause.“ Die Autorin schaffte es mithilfe ihrer Therapeuten aus dem Tief heraus. Sie befindet sich zwar wegen einer Traumafolgestörung noch in Therapie und muss Medikamente nehmen. Doch sie kann wieder stundenweise arbeiten. „Ich bin schon weitergekommen, als ich es je für möglich gehalten hätte.“ Das lag an der Psychotherapie und den Therapeuten. Daher will sie mit ihrem neuen Buch ein „Handbuch für Laien“ präsentieren.

 

In einem Fallbeispiel lässt sie Elsner zu Wort kommen. Dieser stand vor der schweren Entscheidung, einen Patienten, der sich das Leben nehmen wollte, per Gerichtsbeschluss zwangsweise in der RMF unterzubringen. Doch der Betroffene passte nicht ins Bild eines Selbstmordgefährdeten. Nach langen Gesprächen machte Elsner ihm ein Angebot. Er wurde freiwillig zwei Wochen lang in einer offenen Station behandelt. Elsner wird von der Autorin zitiert: „Wir respektieren Ihre Freiheit.“ Der Mann ging darauf ein. Das rettete den Patienten, der sich als Grenzfall entpuppte.

 

Fuhljahn hat ein Buch geschrieben, das jeden interessieren sollte, schreiben die Veranstalter der Lesung in einer Pressemitteilung. Immerhin kann jeder von einer psychischen Erkrankung betroffen sein. Die Zahl der psychisch Kranken, die therapeutische Hilfe suchen, steigt. Fuhljahn: „Es fällt auf, dass es in Deutschland große Schwankungen in der Versorgung gibt. Zu viele Patienten müssen oft monatelang auf einen Therapieplatz warten.“ Und allzu oft müssten sie dann die Methode der Behandlung akzeptieren, die gerade verfügbar sei, auch wenn eine andere für ihre Erkrankung erfolgversprechender wäre. So bildet ihr Buch eine Diskussionsgrundlage zur psychiatrischen Versorgung.

 

Rhein-Zeitung Andernach & Mayen, 29. März 2018

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