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„Haus Aktienhof“ der Andernacher Rhein-Mosel-Fachklinik fertiggestellt

11.07.2018, Schwerst psychisch kranke Menschen sollen behutsam wieder am Leben teilhaben

ANDERNACH. Mit der Fertigstellung des Neubaus „Haus Aktienhof“ der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) endet ein langjähriger Prozess der umfassenden Modernisierung und Sanierung des gesamten Heimbereichs der Klinik. Mit einer Feier am 28. Juni wurde das neue Gebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben – in wenigen Wochen werden dann auch die Bewohner einziehen.

„Dieses Haus stellt etwas ganz besonderes dar“, sagt Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR). Fast 5 Mio € wurden investiert, das Land Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit 1,13 Mio € an dem Vorhaben. Die Summe begründete er mit dem Auftrag zur Inklusion: „Die wollen wir leben“. Für einige Betroffene sei es „ein langer Weg“, der eben auch im „Haus Aktienhof“ der RMF beginnen könne.

24 Wohnplätze wurden in dem neuem Gebäude für Menschen, die schwer psychisch krank beziehungsweise seelisch behindert sind geschaffen. Gebaut wurde das neue „Haus Aktienhof“ für die „schwerst erkrankten Bewohner, die wir haben“, erläutert Karlheinz Saage, Direktor des Heimbereichs der RMF. Bei den Erkrankungen der Bewohner handelt es sich um Chronische, die eine Teilhabe an der Gemeinschaft massiv einschränken. Eine selbstständige Lebensführung sei zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Klink nicht möglich und übliche vollstationäre Betreuungen seien in der Regel zuvor bereits gescheitert, heißt es in eine Erklärung an die Presse.  

Daher wurde die neue Einrichtung als „Beschützende-Einrichtung“ geplant. Das bedeutet, dass die Bewohner, die zum Teil selbstgefährdend sind, bei Bedarf entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen durch freiheitsentziehende Maßnahme vor sich selbst beschützt werden müssen. Grundsätzlich erhält jeder Bewohner des neuen „Haus Aktienhof“ einen Schlüssel zu seinem eigenen Wohnbereich und kann sich dorthin zurückziehen, wobei die Betreuungskräfte weiterhin Zutritt haben. Durch Gemeinschaftsräume leben die Bewohner jedoch in kleinen Wohngemeinschaften. Die baulichen Voraussetzungen für dieses Vorhaben waren sehr groß. Aber die Architekten , so Saage, hätten alle Ansprüche aufgreifen und umsetzen können. Ziel der Einrichtung ist es, trotz der schweren Erkrankungen der Bewohner, die bislang im Klinischen Zentrum untergebracht waren, zukünftig ein höheres Maß an Lebensqualität zu erreichen.  

Der Gedanke des selbstbestimmten Lebens könne hier umgesetzt werden, so der Direktor des Heimbereichs. Dazu wurde im Vorfeld des Bauvorhabens ein Workshop mit allen Beteiligten organisiert, erzählte Architekt Jörg Fischer vom ausführenden Architekturbüro Fischer Summerer. „Es sollte ein Wohngebäude sein“, führt er aus. Um das für die Zielgruppe der Bewohner umsetzen zu können, musste man die Gegebenheiten, „zum Teil neu erfinden“.  

Die Personalräte Udo van Schewyck und Frank Kerwer unterstrichen, dass es für die Mitarbeiter des Hauses künftig einfacher werde, die Teilhabeprozesse der Bewohner zu planen. Grundsätzlich werden an die Mitarbeiter in diesem Bereich besonders hohe Anforderungen gestellt. Sie müssen erreichen, dass jeder Bewohner in die Lage versetzt wird, seine individuellen Fähigkeiten und Ressourcen in der Organisation seines Alltags optimal einzubringen. Daher werden die Leistungen der Einrichtung passgenau geplant und dokumentiert entsprechend der individuellen Fähigkeiten und des Bedarfs jedes einzelnen Bewohners.  

Ziel des intensiv Betreuten Wohnen ist es , die Verweildauer so kurz wie möglich zu gestalten; sie sollte in der Regel keinesfalls länger als zwei Jahre andauern.  

Harald Diehl, Referatsleiter im rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, nannte das Wohnprojekt der RMF „einzigartig“. Claus Peitz, Bürgermeister der Stadt Andernach, erkannte „optimale Bedingungen“.  

Andernacher Kurier vom Mittwoch, 11. Juli 2018

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